Posted by Chris
on Mai 09, 2009

Zurzeit ungefähr auf Platz 65 von Distrowatch liegt die unscheinbare Distribution Foresight. Sie soll dem Benutzer eine einfache Plattform bieten, mit der die Multimedia- und Office-Angelegenheiten und auch sonstige Tätigkeiten sehr einfach von der Hand gehen sollen. Das Projekt hat ein dediziertes Team für die Gnome-Implementierung, wodurch stets die neuesten Gnome-Features in Foresight bestaunt werden können.
Herkunft / Ursprung
Es gibt keine eindeutige Herkunft. Bei der Installation wird man durch Anaconda an Fedora erinnert und auch beim Starten sind frappante Ähnlichkeiten zu beobachten, aber das war’s dann auch schon mit den Ähnlichkeiten. Conary stammt von rPath Linux ab. Es steckt auch ein Teil Gentoo drin, da der verwendete Paketmanager Conary auch so etwas wie “emerge” kennt, mit welchem Pakete nicht einfach installiert, sondern direkt auf der Maschine kompiliert werden können.
Wichtigste Daten in Kürze:
- Homepage: http://www.foresightlinux.org/
- Größe der Vollversion als ISO-Image: 1.3 GB
- LiveCD Funktion: Nein
- Sprachen: Div. Übersetzungen
- Abgeleitet von: rPath
- Kernel: 2.6.27
- Package-Management: Conary unterstützt die Formate DEB und RPM gleichermaßen, auch “emerge” von Gentoo wird unterstützt
- Release-Zyklus: Verschieden, je nach Edition (Gnome Full/Lite, XFCE, Kid’s, Mobile)
- Standarddesktop: Hauptsächlich Gnome (Full und Lite Edition), XFCE Edition in anderem Releasezyklus
- 3D-Desktop / Desktopeffekte: Compiz
- Kosten für Updates und Support: Keine (Wiki, Foren)
- Lizenz: Grösstenteils GPL V.2. Keine proprietäre Software in der Grundaustattung vorhanden
- Support: IRC und Mailingliste => http://www.foresightlinux.org/support.html
- Dokumentationen: http://www.foresightlinux.org/docs.html
- Forum: http://forum.foresightlinux.org/
- Wiki: https://wiki.foresightlinux.org/dashboard.action
- Bugtracker: Jira => https://issues.foresightlinux.org/secure/Dashboard.jspa
- Mitmachen: https://wiki.foresightlinux.org/display/teams/Home
Besonderheiten dieser Version
Erster Eindruck vom Desktop
Der erste Eindruck ist der, welcher sich bei den meisten Distributionen heutzutage zeigt: Sehr schön und aufgeräumt. Die meisten Distributoren scheinen mittlerweile verinnerlicht zu haben, dass ein leerer Desktop mit einem schönen und beruhigendem Hintergrundbild der beste Anfang ist. Continue reading…
Posted by Chris
on März 17, 2009

Frei nach dem Linux Magazin 04/09 eine kurze Aufstellung der 10 ziemlich alles umfassenden Argumente, die für den Einsatz von Linux und Opensource sprechen. Die Reihenfolge ist übrigens willkürlich und spiegelt keine Priorität wider: Continue reading…
Posted by Chris
on Januar 28, 2009

Nachdem sich der Anfangsstress bei meinem neuen Job als Vollblut-Linux-Admin etwas zu legen beginnt, ist wieder mal Zeit für ein paar Experimente: Schon viel zu lange habe ich dieses Thema aufgeschoben, weil ich mir sagte “Sowas brauch’ ich nicht”. Jetzt wo es einmal läuft habe ich mich schnell daran gewöhnt und will gar nicht mehr anders: Dual-Monitor-Betrieb ohne Xinerama-Ärger.
Wie das geht? Erstmal wie üblich: KEINE ATI-Karte kaufen, sondern den Konkurrenten bevorzugen (vielleicht darf ich diese Aussage endlich mal relativieren in einigen Jahren). Der Rest ergibt sich fast von selbst, denn mit nvidia-settings kann man die benötigten Einstellungen machen. Der Nachteil ist, dass man bei jeder X-Session von neuem die Einstellungen machen muss, da sie nicht im .nvidia-settings gespeichert werden. Man könnte auch die X11-Konfiguration speichern, dies funktioniert bei den modernen Distributionen allerdings nicht (das xorg.conf wird immer spartanischer oder existiert gar nicht mehr). Deshalb lässt man sich die X11-Einträge von nvidia-settings anzeigen und ergänzt sie dann selbst im /etc/X11/xorg.conf:
Section "Device"
Identifier "Videocard0"
Driver "nvidia"
Option "NoLogo" "true"
Option "TwinView" "on"
Option "TwinViewOrientation" "RightOf"
Option "MetaModes" "DFP-0: nvidia-auto-select, DFP-1: nvidia-auto-select"
Option "Coolbits" "1"
Option "RandRRotation" "yes"
Option "AddARGBGLXVisuals" "True"
EndSection
Section "Extensions"
Option "Composite" "Enable"
EndSection
Auch hier gilt natürlich: Besser selber mit nvidia-settings erstellen anstatt nur kopieren.
KDE4 macht glücklicherweise fast keine Zicken mit dem Dual-Monitor-Betrieb, auch unter erschwerten Bedinungen wie bei mir (zwei verschiedene Auflösungs-Modi). Es muss lediglich eine sogenannte “Aktivität” unter Plasma hinzugefügt werden, welche sich automatisch der Auflösung des zweiten (rechten) Monitors anpasst. Anders als in anderen Betriebssystemen kann nun auch eine zweite Kontrollleiste erstellt werden, welche dem zweiten Monitor dann dieselbe Funktionalität zur Verfügung stellt wie dem “Hauptmonitor”.
Wie konnte ich sowas praktisches nur so lange ignorieren? Naja, im nächsten Artikel stelle ich Euch “multitail” vor, welches ich ebenfalls leider viele Jahre ignoriert habe.
Posted by Chris
on Dezember 01, 2008

Das Warten auf Fedora 10 hat sich mal wieder definitiv gelohnt! Ich komme trotz vorhandener ATI und Intel-Grafikkarten zwar noch nicht in den Genuss des besten grafischen Schmankerls: KMS (Kernel Mode Setting), aber der Rest scheint auf Anhieb zu klappen wie versprcchen. Es sieht aus wie aus einem Guss, der Bootprozess ist etwas schneller geworden und für mich als KDE-Fan wartet endlich ein einigermassen stabiles KDE 4.1 auf Arbeit. Pulseaudio ist stabiler geworden (wenn auch noch nicht bugfrei) und übernimmt nun alle Audio-Aufgaben, so hat Amarok z.B. gar keine Optionen mehr um die Ausgabe auf etwas anderes umzustellen und das ist gut so.
Hier ein kleiner Status meiner Installationen:
- iMac hat denselben Status (d.h. Mikro und Mausrädchen funktionieren noch nicht)
- Thinkpad: Bis auf die Thinkpad-Buttons (unter KDE4 noch nicht direkt unterstützt) alles o.k. Was mich absolut positiv überrascht und besonders freut: KDE4 scheint sogar mit eingeschalteten Desktop-Effekten genausowenig Strom zu verbrauchen wie KDE3! Im Leerlauf zwischen 11-13 Watt und mit Fensterbewegung (3D und transparent) maximal 16 Watt. Damit scheint KDE4 absolut Netbooktauglich zu sein.
Probleme
Natürlich gibt es auch bei diesem Release ein paar “Wie hat das bloss die Beta-Phase überstanden?” Erlebnisse:
- kpackagekit frisst unersättlich Memory, wenn keine Netzwerkverbindung besteht (Notebook)
- amarok 2.0 ist was die Oberfläche anbelangt noch im Betastadium und die Bedienung alles andere als intuitiv. Ausserdem werden Benutzer, die den “alten” Amarok geschätzt haben, verschreckt mit solchen krassen Oberflächen- und Backend-Änderungen
- Instabilitäten im Zusammenhang mit Xorg und KDE4 mit Dekstopeffekten. Beispiele: Abstürze (selten). Switching auf Konsole und zurück auf KDE (tty1) nicht möglich mit aktivierten Effekten (zumindest mit Intel-Grafikchip).
- xine läuft ca. 1 Sekunde bevor’s einen Speicherzugriffsfehler gibt
Nachtrag:
Nach längerer Testzeit sind mir doch noch ein paar mehr Dinge aufgefallen, vor allem solche, die eigentlich niemals so durch die Finger der Betatester rutschen sollten (ich vermute mal überhastete Updates vor dem Release?). Die Fehler betreffen die KDE-Version, über die Gnome-Version kann ich nichts sagen, da ich sie nicht benutze, aber wie ich Gnome kenne, läuft da alles stabil
- CD’s werden standardmäßig mit kscd wiedergegeben, nur leider ohne Ton! Lösung: Kaffeine benutzen In der Konfiguration das Ausgabegerät auf Phonon stellen (das sollte Standard sein, ist es aber leider nicht)
- Auch das Ripping-Programm (Sound Juicer) hat ‘ne Macke: Als wir eine CD der Freundin rippen wollten (frustriert durch obiges CD-Abspiel-Problem), sah ich, dass das Programm *.oga Dateien erstellte. “Na klar, Ogg Audio” dachte ich. Nur schade, dass Amarok dieses Format nicht erkennt beim Scannen der Sammlungs-Ordner! Lösung: Umbenennen nach *.ogg und Amarok erkennt die Stücke wie gehabt.
Fazit
Auf dem Notebook sollte man die Desktopeffekte nur anschalten, wenn man seine Freunde und Kollegen beeindrucken möchte. Danach sollte man vorerst darauf verzichten, weil man sonst im Gegenzug auf Funktionen wie Konsolen-Switch, Suspend-To-Ram und Suspend-To-Disk (resp. das Aufwachen macht Probleme) verzichten muss.
Sonst gibt es eigentlich nichts zu beachten, viel Spass beim Installieren und ausprobieren!
Posted by Chris
on Oktober 20, 2008

All die Sparmassnahmen zeigen Wirkung: Letzte Woche unterbot mein Thinkpad im laufenden Betrieb (mit allen geladenen Modulen) die 10-Watt-Marke kurzzeitig (Langzeit 11,2W).
Und dies mit KDE 3.5 mit laufenden Anwendungen: 2 mal Konsole, gkrellm und was sonst noch so automatisch gestartet wird beim KDE unter Fedora 8:

Natürlich muss das Display dabei auf Batterie-Modus (50-60% Helligkeit) abgedunkelt sein, sonst werden sofort wieder 4-5 Watt mehr verbraucht. Externe Geräte sollten auch nicht angeschlossen sein. Nur ein simpler USB-Stick, der gemounted ist, erhöht den Verbrauch um über ein Watt. Ausserdem muss man etwas Geduld haben, um den Screenshot im richtigen Moment zu machen, weniger als 10 Watt sind wirklich eher die Ausnahme.
Wer kann dies unterbieten? Bitte im Kommentar einen Link auf den Screenshot hinterlassen, wenn Ihr’s geschafft habt ohne zu schummeln
Ich weiss nicht, wieviel die neuen Netbooks (eee-PC und Co.) so brauchen, aber die müssten sowas doch mit Links erreichen, oder?