Ich wünsche allen ein gutes neues Jahr, auf eine weitere Dekade! Pünktlich zum Jahresanfang stolperte ich auf die deutsche Übersetzung eines längeren Postings, das selber schon älteren Datums (aber immer noch absolut zutreffend) ist. Es beinhaltet eigentlich so ziemlich die beste Erklärung, warum Linux nie ein Windowsersatz ist und sein wird und warum viele verärgerte Windowsbenutzer erst eher bei sich selbst eine Veränderung machen müssen, als einfach mal schnell “auf Linux” (meist Ubuntu heutzutage) zu wechseln. Die Lektüre lohnt sich absolut:
http://www.felix-schwarz.name/files/opensource/articles/Linux_ist_nicht_Windows/
Happy New Year und ein entdeckter Schatz
Distributions-Test Nr. 8: *** FreeNAS *** 2
OK ausnahmsweise, weil Feiertage sind, auch mal eine Nicht-Linux-Distribution auf dem Prüfstand. Nämlich FreeNAS, eine hochspezialisierte BSD-Unix-Variante mit einem NAS-Server, wie der Name ja schon andeutet, der als Live-Image oder “installierbares Image” gebraucht werden kann.
Der Grund, weshalb ich auf FreeNAS kam, war, dass ich meine vielfältigen Heimnetz-Services, die sich über die Jahre in meinen virtuellen CentOS’s angesammelt haben, konsolidieren wollte. Mit einem NAS (Network Attached Storage, also Diskplatz, der über verschiedene Dienste im Netz auf vielfältige Weise nutzbar gemacht wird) und einer Weboberfläche ist dies einfach lösbar und macht mehr Spass als “nur” mit einer Hardware-Appliance, die teuer ist, keine offene Software hat und meist auch weniger Services anbietet.
Herkunft / Ursprung
FreeNAS ist ein kleines FreeBSD und wurde von Olivier Cochard und Volker Theile geschaffen. Heute besitzt iX-Systems FreeNAS, aber es wird natürlich als Opensource-Projekt weitergeführt.
Wichtigste Daten in Kürze:
- Homepage: http://www.freenas.org
- Ungefähre Grösse der Vollversion als ISO-Image: 80 MB
- LiveCD Funktion: Ja
- Sprachen: Div. Übersetzungen
- Abgeleitet von: FreeBSD 7.2
- Standarddesktop: Keinen, vollständige Steuerung mit Webinterface
- Kosten für Updates und Support: Keine (BSD-Lizenz)
- Lizenz: BSD
- Dokumentationen: http://freenas.org/documentation:setup_and_user_guide
- Forum: http://sourceforge.net/apps/phpbb/freenas/index.php
- Wiki / Knowledgebase: http://www.freenaskb.info/kb/
- Bugtracker: Bugzilla => http://sourceforge.net/tracker/?group_id=151951&atid=782616
- Mitmachen: http://freenas.org/community:how_to_contribute
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Chaos Radio Express 135 „Mut zur Freiheit“: Beste Sendung ever! 2
http://chaosradio.ccc.de/cre135.html lohnt sich wirklich. Mehrere wunderbare Aussagen und Beobachtungen (z.B. von Juli Zeh bei 00:44). Wer CRE noch nicht kennt und nur im entferntesten interessiert an der Welt sind, haben was nachzuholen.
Nationalistische Skript-Kiddies lieben Windows
Wie schon immer erregen die laut schreienden Idioten das meiste Aufsehen. Das gilt insbesondere für Nationalisten. Als Anfangs August beispielsweise (vermeintlich) russische Hacker aus nationalistischen Kreisen Facebook, Twitter und Co. lahmlegten durch eine sog. D-DoS (Distributed Denial-of-Service) Attacke, war dies auch den internationalen Medien durchaus eine Meldung wert.
Bei diesen „Nationalisten“ handelt es sich in der Regel um frustrierte und gelangweilte Jugendliche in der Türkei oder Russland, welche mangels Perspektive braunes Gedankengut aufschnappen, damit sie im Namen von ihrem Land oder Wasauchimmer ihre heruntergeladenen “Do-your-own-virus-Kit” benutzen können. Mit echten Hackerfähigkeiten hat das nicht im entferntesten zu tun. Dazu reicht auch die Intelligenz eines durchschnittlichen PC-Benutzers aus, der weiss, wie man die entsprechenden Programme mit Google suchen muss. Wenn jemand eine Autoscheibe mit einem Wagenheber einschlägt, micht ihn das schliesslich auch nicht zu einem Automechaniker.
Diese peinliche Holzhammer-Methode (mache tausende Abfragen pro Sekunde mit vielen PC’s) wird in der Regel mit Viren- oder Wurmverseuchten Windows-PC’s durchgeführt, deren ahnungslose Besitzer sich bald genervt fragen, warum ihre Internetleitung immer langsamer wird. Windows bietet sich also nach wie vor an für minderbemittelte Skript-Kiddies. Durch die enorme Verbreitung von Viren wie “Conficker” und Konsorten steht den Angriffswerzeugen jederzeit eine ganze Armada von willigen Angriffsrechnern zur Verfügung, die nur darauf warten, dass ihre offenen Ports missbraucht werden. Dass russische Softwarehersteller solche Tools auch unverhohlen verkaufen mit Slogans wie „Legen Sie Ihre Konkurrenten lahm“ ist so gesehen kein Zufall, wenn man sich die Karten über die Verbreitung von den Windows-Schädlingen anschaut. Für die Antiviren-Software-Hersteller wie z.B. Kaspersky (auch aus Russland, hmm…) sieht die Zukunft nach wie vor rosig aus.
Quellen:
- The Guardian: http://www.guardian.co.uk/world/2009/aug/07/georgian-blogger-accuses-russia
- Heise.de: http://www.heise.de/security/Spekulationen-ueber-DDoS-Attacke-auf-Twitter–/news/meldung/143190
- Kaspersky (Antivirus-Software-Hersteller): http://www.kaspersky.com/de/
Dual-Monitor mit Nvidia’s Twinview unter Fedora 10
Nachdem sich der Anfangsstress bei meinem neuen Job als Vollblut-Linux-Admin etwas zu legen beginnt, ist wieder mal Zeit für ein paar Experimente: Schon viel zu lange habe ich dieses Thema aufgeschoben, weil ich mir sagte “Sowas brauch’ ich nicht”. Jetzt wo es einmal läuft habe ich mich schnell daran gewöhnt und will gar nicht mehr anders: Dual-Monitor-Betrieb ohne Xinerama-Ärger.
Wie das geht? Erstmal wie üblich: KEINE ATI-Karte kaufen, sondern den Konkurrenten bevorzugen (vielleicht darf ich diese Aussage endlich mal relativieren in einigen Jahren). Der Rest ergibt sich fast von selbst, denn mit nvidia-settings kann man die benötigten Einstellungen machen. Der Nachteil ist, dass man bei jeder X-Session von neuem die Einstellungen machen muss, da sie nicht im .nvidia-settings gespeichert werden. Man könnte auch die X11-Konfiguration speichern, dies funktioniert bei den modernen Distributionen allerdings nicht (das xorg.conf wird immer spartanischer oder existiert gar nicht mehr). Deshalb lässt man sich die X11-Einträge von nvidia-settings anzeigen und ergänzt sie dann selbst im /etc/X11/xorg.conf:
Section "Device" Identifier "Videocard0" Driver "nvidia" Option "NoLogo" "true" Option "TwinView" "on" Option "TwinViewOrientation" "RightOf" Option "MetaModes" "DFP-0: nvidia-auto-select, DFP-1: nvidia-auto-select" Option "Coolbits" "1" Option "RandRRotation" "yes" Option "AddARGBGLXVisuals" "True" EndSection Section "Extensions" Option "Composite" "Enable" EndSection
Auch hier gilt natürlich: Besser selber mit nvidia-settings erstellen anstatt nur kopieren.
KDE4 macht glücklicherweise fast keine Zicken mit dem Dual-Monitor-Betrieb, auch unter erschwerten Bedinungen wie bei mir (zwei verschiedene Auflösungs-Modi). Es muss lediglich eine sogenannte “Aktivität” unter Plasma hinzugefügt werden, welche sich automatisch der Auflösung des zweiten (rechten) Monitors anpasst. Anders als in anderen Betriebssystemen kann nun auch eine zweite Kontrollleiste erstellt werden, welche dem zweiten Monitor dann dieselbe Funktionalität zur Verfügung stellt wie dem “Hauptmonitor”.
Wie konnte ich sowas praktisches nur so lange ignorieren? Naja, im nächsten Artikel stelle ich Euch “multitail” vor, welches ich ebenfalls leider viele Jahre ignoriert habe.