Ja, ich habe mir wirklich die Finger schmutzig gemacht für Euch und einen kleinen, unabhängigen Geek-Kurztest von Windows 7 Home Premium (Hey, was anderes gibt’s bei Dell-billig-Geräten nicht, was kann ich dafür, dass die meisten Features da nicht dabei sind?). Der Grund ist ganz einfach: Microsoft wollte auch Gamern wie mir den Umstieg schmackhaft machen und liefert deshabl DirectX 11 nicht für XP aus. Weil ich aber doch gerne mal die neuen Shader und Effekte bei den neuen Games sehen würde und die Lizenz eh bei Dell dabei ist, warum nicht mal ausprobieren?
Als erstes nach dem (wegen Dell-Tools über 12 Minuten dauernden) Start stellte ich mir die Frage: “Wo ist Aero?” Tja, wie sich eben später herausstellen sollte, bedeutet der wohlklingende Name “Home Premium” übersetzt eigentlich “Billig-Version für Massen-Konsumenten”. Alles, wirklich alles, was bei jeder noch so kleinen Linux-Distro selbstverständlich ist seit vielen Jahren, findet sich nur in den besseren Versionen, die dann richtig teuer werden (35 Sprachen gibt’s sogar nur bei Ultimate). Verschlüsselung? XP-Mode (also virtuelle Maschine)? Denkste!
Naja, war eigentlich nicht anders zu erwarten, aber im Vergleich zu damals eine absolute Frechheit, denn XP Professional war als OEM niemals so teuer. Ich will ja nur spielen, also wären Leistung-fressende Effekte sowieso fehl am Platze.
Was mich positiv überraschte, war der Fenster-Schüttel-Effekt, der wirklich intuitiv funktionierte. Das Ding nennt sich Shake und wird separat als Feature geführt und beworben! Tut mir leid schon wieder den Vergleich zu machen, aber bei KWin wäre der Effekt unter “ferner liefen” gelistet neben den 40 anderen. Dasselbe gilt für Snap, welches genauso auch bei KWin funktioniert (bitte keine Diskussion, wer was zuerst erfunden hat, das wäre müssig). Dies zeigt, wie sich die verschiedenen Benutzeroberflächen gegenseitig beeinflussen, Windows Aero, KDE, Gnome, OSX, etc., eine gute Sache für die Benutzer!
Nun zurück zur Installation: Weil offenbar die Dell-DVD irgendwie defekt ist, musste ich nach der 4. Installation mein Vorhaben bereits aufgeben. Äusserst fragwürdig ist, dass zwar das Betriebssystem jedesmal komplett installiert wurde ohne Fehlermeldung, aber nach ein paar Minuten der Explorer nicht mehr startbar war, was wiederum keine anderen Programme brauchbar machte. Positiv: Es gibt keinen Bluescreen mehr in solchen Situationen. Negativ: Warum gibt es keine Integritätsüberprüfung aller Pakete während der Installation oder einen Medium-Test vor der Installation? Man hat also das Gefühl, es sei alles o.k., aber es kann jederzeit zu Problemen aus irgendeiner Ecke kommen. Wie gesagt, die Schuld dürfte hier an der Dell-DVD liegen. Trotzdem ist es ein sehr ungutes Gefühl, wenn man nicht weiss, ob nun alles o.k. war bei der Installation oder nicht, weil man einfach keine Details zu sehen bekommt. Dasselbe passierte auch mit einer anderen OEM-Version. Ich fand heraus, dass es sich um CRC-Fehler handelte. Nach ein bisschen logisch überlegen setzte ich das BIOS zurück (der Prozessor war etwas übertacktet) und siehe da: die Installation funktionierte wie üblich mit dem Unterschied, dass Windows nun endlich läuft. Warum zum Teufel die Fehler bei der Installation nicht schon gemeldet werden, ist mir ein Rätsel. Will man den Benutzer nicht mit solchen “Banalitäten” wie einem inkomplett installierten OS stören?
Zurück zu den Games: Kurz und gut, mit allen 3D-Marks ca. Minus 15% Leistung. Aber oho! Nachdem ich ALLE Desktopeffekte abschaltete (jetzt sieht es aus wie Windows 95), bekam ich 10% davon wieder zurück! Ich muss leider auch hier wieder einen fiesen Vergleich ziehen: Wenn in KDE (einen anständigen Grafikkartentreiber vorausgesetzt) alle Effekte an sind, braucht kwin so ca. 4% CPU, auch wenn man den Bildschirmwürfel wie wild dreht. Das liegt daran, dass die meiste Arbeit konsequent via OpenGL an die Grafikkarte abgetreten wird.
Nun habe ich also meine PC-Spielekonsole wieder mit der vollen DirectX-11-Grafikpracht, mehr wollte ich nicht und mehr bekam ich auch nicht. Für Windows-Fans kann ich aber sagen: Der Umstieg lohnt sich auf jeden Fall, wenn Ihr aber Hardcore-Gamer seid, solltet Ihr entsprechende Hardware haben und die Leistungseinbusse bei Spielen von 10-15% in Kauf nehmen.
