Die enge „Zusammenarbeit“ (man könnte es auch Prostitution in Form von Girobuchungen nennen) mit dem Hardwarehersteller Asus zeigt uns, das Microsoft endlich wieder so handelt, wie wir es von früher kennen. Zu sehen ist dies in der neuesten EEE-PC-Kampagne von Asus. Beim ersten Blick auf die dazugehörige Webseite glaubt man erst, es handle sich um einen Witz. Falls das Video Zicken macht, ist es auch auf Youtube erhältlich. Aber es ist kein Fake sondern durchaus ernst gemeint. Offenbar traut der Konzern Frauen maximal die Bedienung von Windows XP zu (welche dabei debil lächeln, während das Familienoberhaupt die Brötchen verdient). Da spricht Asus wohl ein ganz bestimmtes Kundensegment an, welches von Emanzipation noch nie gehört geschweige den gelesen hat. Die beste Frau meines Lebens kann im übrigen sehr wohl mit Linux umgehen, sogar mit Fedora und sie würde sich beim Anblick dieses Sülzfilmes ziemlich sicher übergeben.
Schade ist, dass Asus sich schamlos bedient hat bei Linux, denn fast jedes Motherboard wird seit geraumer Zeit mit Splashtop ausgeliefert, wobei es sich um nichts anderes als ein kleines Linux-System handelt (aber der Kunde soll dies tunlichst nicht wissen). Der sensationelle Erfolg einer neuen Geräteklasse innerhalb von wenigen Monaten, den sogenannten „Netbooks“, durch die EEE-PC’s wurde mit Linux möglich, welches damals das Standard-Betriebssystem war (vor allem weil kein neueres Windows auf den kleinen Kistchen lauffähig ist und Windows XP offiziell nicht mehr im Verkauf war). Schnell musste Microsoft handeln und holte XP aus der Mottenkiste, die Kunden sollten besser ein 8jähriges System vorgesetzt bekommen als freie Linux-Luft zu atmen. In einer Diktatur ist Bildung eben der größte Feind. Den Netbookherstellern wurden Angebote unterbreitet, die sie nicht ablehnen konnten und heute muss man Linux extra bestellen beim Netbookkauf. So darf Asus heute offiziell als „Leecher“ bezeichnet werden, also „Blutegel“ oder „Schmarotzer“, da sie sich mit Opensource bereichert haben, ohne je etwas zurückzugeben.
Für Linux-Benutzer und Admins trotzdem ein Grund zur Freude, denn man konnte in letzter Zeit fast ein bisschen Angst bekommen durch all die Bemühungen von Microsoft in Richtung Opensource zu gehen. Ein Microsoft-Logo beim Booten von Novell’s SuSE hätte wohl so manchen Linux-Admin seine Berufswahl überdenken lassen. Aber zum Glück kehrt der Konzern zu seinen Wurzeln der FUD-Verbreitung zurück.
Genießen wir das wohlige Gefühl, endlich wieder Gewissheit zu haben, auf der richtigen Seite zu spielen, die propagandistischen Kapitalisten tun wieder das, was sie am besten können: Schwachsinn verbreiten und hoffen, das jemand anbeisst. Etwas Undergroundfeeling kommt wieder auf. Und noch etwas Gutes: Die Wahl der nächsten Hardwarekomponenten wird auch ein bisschen leichter


