Wir sinken nicht!

Posted by Chris on Dezember 08, 2010

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Das man in der Schweizer Politik jederzeit ungehindert über Ausländer und andere Minderheiten herziehen kann, ist bekannt. Weniger bekannt ist dass, wenn man sich auch nur die geringste Bemerkung gegen unsere lieben Bauern und SVP-Anhänger erlaubt, mit schlimmsten Beschimpfungen rechnen muss. Dies gilt nicht nur, wenn man in einem Leserbrief leise Kritik am neuen Finanzausgleich (NFA) anbringt (worauf gerne mal anonyme Drohungen im Briefkasten landen). Auch Morddrohungen sind durchaus üblich in unserem schönen Lande.

Nein, auch im Nationalrat geht es lustig zu und her, wenn es jemand wagt, seine Meinung offen auszusprechen, in diesem Beispiel anlässlich einer Klimadebatte im Frühjahr 2010. Genau diejenigen die sonst gerne die Fahne der Meinungsfreiheit und Mobokratie hochhalten, scheinen absolute Weicheier zu sein, wenn es darum geht, auch mal etwas einzustecken.

Aber heute macht sich zum Glück niemand mehr so lächerlich und glaubt an die Verschwörungstheorie, dass sich alle Wissenschaftler dieser Welt zusammengeschlossen haben in einer Art “intellektuellem Proletariat”, um eine Klimahysterie zu generieren. Oder etwa doch?

Tatsächlich gibt es sie noch, die unbestechlichen Lernresistenten. Also wenn ich alles nicht glauben würde, was ich nicht verstehe, das wäre lustig. Vielleicht glaubt Herr Giezendanner auch nicht an die Kathodenstrahlröhre (landläufig Fernseher genannt) und meint, die kleinen Männer darin hätten Hunger? Computer wären bloss ein Gerücht für ihn etc. etc.

Tja, da passt der folgende Ausschnitt aus “Erik der Wikinger” einfach zu schön um wahr zu sein (oder zu wahr um schön zu sein?):

Wir würden uns ja auch gerne die heile Welt einreden, nur lässt es unser Verstand nicht zu. Wir haben von <BEVORZUGTE-GOTTHEIT-HIER-EINFÜGEN> ein Gehirn erhalten, um uns den Herausforderungen zu stellen, nicht um es abzuschalten und wie feige Matratzen die Augen zu verschliessen, im Glauben die Probleme würden uns nicht sehen, wenn wir die Probleme nicht sehen.

[1] http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Wueste-Beschimpfungen-waehrend-der-Klimadebatte-im-Nationalrat/story/21646684
[2] http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/co2-ausstoss_offroader-initiative_nationalrat_1.8588450.html
[3] http://www.youtube.com/watch?v=iZiO9bqzHzg
[4] http://www.20min.ch/news/schweiz/story/19289569
[5] http://www.wetterzentrale.de/cgi-bin/webbbs/wzarchive5.pl?noframes;read=28709

Kuhfladen-Politiker

Posted by Chris on November 18, 2010

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Die beiden Vernunftbenachteiligten Claudio Zanetti und Claudio Schmid (beides – welch Überraschung – von der SVP) fordern, dass Journalisten bei staatlichen TV- und Radiogesellschaften Ihre Parteizugehörigkeit und ihre Wertvorstellungen offenlegen. Mal ganz abgesehen davon, dass dies das letzte Mal vor 70 Jahren in Deutschland gefordert wurde und die beiden bekannt für solche intelligenten Ergüsse sind, schmeisst man diese Meldung schnell in die Tonne. Aber halt! Transparenz ist doch eigentlich etwas Gutes! Zum Beispiel bei der Partei- und Kampagnenfinanzierung, wie es in den meisten demokratischen Ländern bereits gang und gäbe ist. Mal schauen, was der Zürcher Kantonsrat dazu meinte: Oh, schade, abgelehnt…naja…

Nichtsdestotrotz möchte ich als “freier Blogger” hier öffentlich meine Werte und Bücher (leider keine Parteibücher dabei) offenlegen. Seid Ihr bereit? Also, achtung: Ich bin ein linksextremer, schwuler, schwarzer, muslimischer, asylsuchender Terroristen-Jude und übe den Diskordianischen Glauben aus. Ach ja, und ich halte mich für relativ intelligent (=Lehrer, Studenten, alles was klar denken kann => Feindbild der SVP). Uff, das hat gut getan, es ist raus,  jetzt wissen es alle, vielleicht mögen mich die Claudio’s nicht mehr ganz so sehr, aber das war es wert.

Nachdem ich mich nun befreit habe von dieser Last zurück zum Thema. Die Claudios haben die guten alten “Medienkolchose”-Sprüchetüte hervorgekramt und einmal mehr vermutet, dass es eine linke Verschwörung von Journalisten im Fernsehen und Radio gibt (vermutlich weil Journalisten durch ihre Ausbildung die Jobs haben, die Claudio Zanetti gerne machen würde, was seine letzten Aktivitäten vermuten lassen).

Also mir ist bislang nicht wirklich aufgefallen, dass unser geliebtes Opa-TV irgendwie links wäre, denn jedesmal wenn ich einschalte sehe ich entweder den [WOCHENTAG EINFÜGEN]-Jass, ein Schwingfest, Kuhkämpfe, Kuhfladen-Big-Brother, romantisches Alpenglühen etc. Erst jetzt nehme ich da eine Giaccobo-Müller-Sendung von 50 Minuten am Sonntagabend um 22.00 Uhr als deutlichen Linksrutsch wahr, den wir so nicht hinnehmen dürfen! Wir fordern mehr Transparenz und mehr Kuhfladen im Fernsehen, damit unser Sender endlich wieder interessanter wird, auch für die junge Generation, die derzeit ja lieber solch abstossende Sender wie Arte, ZDF Neo oder noch schlimmer 3SAT-Kultur schauen, diese verzogenen Gören (aber auch da hat die SVP schon einen ganz schlauen, modernen Plan, da werden Kritiker wie ich noch ganz blöd aus der Wäsche schauen).

Wir sollten den Claudios  dankbar sein für seine Hingabe, seine sprachliche Gewandtheit im Verdrehen von Tatsachen (natürlich nur für gute Zwecke, nämlich seine eigenen).

[1] http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/SVP-SRGJournalisten-sollen-Parteibuch-zeigen/story/20894745

[2] http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Kantonsrat-lehnt-Transparenz-in-der-Parteienfinanzierung-ab/story/10134279

[3] http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/rechtes-ufer/Claudio-Zanetti-wird-PolitTalker/story/21327359

[4] http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Das-Volk-soll-die-Macht-ueber-die-Volksschule-uebernehmen/story/13961564

Schweizer Mythen 1: Die Wildsaison 2

Posted by Chris on Oktober 24, 2010

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Die Konsumwelt heute ist voll von Illusionen, einige davon sind saisonale Lebensmittel. In der Schweiz hat das Wildessen im September und Oktober eine gewisse Tradition und Traditionen sind im Kommen, also will im Herbst jeder Wild essen. Das Ergebnis: Würde alles Wild auf Schweizer Tellern aus der Schweiz stammen, so würde der gesamte Wildbestand der Schweiz mehrfach verspiesen jedes Jahr. Hmm….

[1] Beitrage BAZ-Online: http://bazonline.ch/schweiz/standard/Woher-das-Schweizer-Wild-kommt/story/21903854

Das Jahrzent der Angst

Posted by Chris on Oktober 20, 2010

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Die Angst scheint in diesen Wochen/Monaten/Jahren die treibende Kraft vieler politischer Diskussionen und Prozesse in Mitteleuropa zu sein. Die Angst vor Überfremdung (was das Wort auch immer genau bedeuten mag, in meinen Augen ist ein Alzheimer-Patient überfremdet, da ihm gar nichts mehr bekannt vorkommt). Eine Manifestation zugrundeliegender Ängste: Die Angst vor Nichtanerkennung. Die Angst vor Krankheiten. Die Angst vor dem Tod. Die Angst vor dem Unbekannten.

Hier weiterlesen…

Wann kommt denn nun der Solarstrom? 1

Posted by Chris on September 15, 2010

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Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir derzeit noch die Kristallkugel befragen… Nach Ray Kurzweil sollte der kritische Punkt bald da sein, an dem die Anzahl der Solaranlagen exponentiell wachsen wird. Er hatte damit schon recht was die Rechenkapazität von Computern angeht. Solarzellen gibt es seit 1954 (Photovoltaik war schon viel länger bekannt), auf Computer umgemünzt also 15 bis 20 Jahre später. Rechnen wir zurück => 1990 waren die Computer schon längst in der exponentiellen Wachstumsphase, also wird es langsam Zeit für private Solarstromversorgung in jedem Haushalt! Silizium gibt es mehr als genug (alle anderen Materialien wie Selen oder Indium dagegen nicht, sie werden trotz höherer Effizienz dabei kaum eine Rolle spielen).

Die Kristallkugel sagt uns jedoch: Grössere Solarparks werden nicht etwa unter der Fuchtel der UNO in der Sahara gebaut zum Wohle aller Menschen, auf dass sie mit freier Energie versorgt werden. Die ersten wirklich grossen Parks werden von Shell, BP etc. gebaut werden, also wird sich in diesen Hinsicht die Macht über die Energieherstellung nicht gross verschieben (nur die Produktionskette wird sich ändern). Das mag nicht so schlimm klingen, Hauptsache die grossen Solarparks entstehen überhaupt. Nur leider leben wir in der Welt des Geldes und diese Firmen wollen so schnell wie nur irgend möglich ihre Investitionen wieder mit Zinsen (pardon, Dividenden) zurückerhalten. Für die Stromnutzer bedeutet dies wie immer nur eins: höhere Preise vor allem bei Kleinmengen. Wir sehen also in der Kristallkugel: Das exponentielle Wachstum wird kommen, aber so lange das System sich nicht ändert, so lange Energie bis zu einer bestimmten Obergrenze nicht als Teil der normalen jedem Menschen zur Verfügung zu stellenden Infrastruktur wird, werden sich dieselben mafiös operierenden Grosskapitale an dem Wachstum bereichern. Denn nur das Wachstum interessiert diese Firmen. Sei es zufälligerweise das Wachstum von grünem Strom oder das Wachstum von Nuklearsprengköpfen. Da geht es nicht um das grosse Ganze, die Menschheit und deren Weiterkommen. Ausserdem wird es wie bei der Dotcom-Blase eine Solarblase geben, viele unseriöse Anbieter werden den Boom ausnutzen wollen und es auch schaffen, da breites Wissen über die zugrundeliegende Technik noch nicht vorhanden ist.

Wir verlassen diese pessimistische Kristallkugel und geben uns der Hoffnung hin, dass die Regierungen das schon regeln werden; dass sie sich irgendwie als Konglomerat zusammenraufen und in der Sahara den berühmten 20%-Solarpark errichten werden (20% der Fläche oder 700x700km mit Solarzellen bestückt decken voraussichtlich den Bedarf an Energie der ganzen Welt).

Ich persönlich lade zu meiner Schande noch nicht einmal mein Handy mit Solarstrom, aber ich KÖNNTE es jederzeit tun ;-)