Seit meinem Erfahrungsbericht vom letzten Jahr haben sich einige der Stromspareinstellungen geändert und einige Tricks sind dazugekommen. Als erstes meine aktuelle /etc/rc.local Datei:
# Div. Stromsparer: echo 5 > /proc/sys/vm/laptop_mode echo 0 > /proc/sys/kernel/nmi_watchdog # Achtung, 30000 = 5 Minuten Datenverlust, wenn die geaenderten Daten # kleiner sind als der Festplattenpuffer echo 30000 > /proc/sys/vm/dirty_writeback_centisecs # Nach 4*5=20 Sekunden wird die Festplatte ausgeschaltet # Achtung, dies schraenkt im Gegenzug die Lebensdauer der Platte etwas ein hdparm -B 16 -S 4 /dev/sda # Stromsparmodus fuer alle USB-Geraete: for i in /sys/bus/usb/devices/*/power/autosuspend; do echo 1 > $i; done # Div. Stromsparmodi: echo 1 > /sys/module/snd_hda_intel/parameters/power_save echo 1 > /sys/devices/system/cpu/sched_mc_power_savings ###iwpriv wlan0 set_power 7 # original 5, but 1 is from lesswatts.org # Besserer Weg, die iwl-Treiber in den Stromsparmodus zu wechseln: echo 7 > /sys/bus/pci/drivers/iwl4965/0000:03:00.0/power_level ethtool -s eth0 wol d # Lebensverlaengerung der Batterie, wenn sie am Strom haengt (sie sollte # immer zwischen 40% und 85% sein): # Als Alternative den Startthreshold auf 81% setzen (wenn andere Anzeigen # Probleme damit haben, z.B. gkrellm) echo 85 > /sys/devices/platform/smapi/BAT0/stop_charge_thresh ##echo 81 > /sys/devices/platform/smapi/BAT0/start_charge_thresh echo 30 > /sys/devices/platform/smapi/BAT0/start_charge_thresh
Neu hinzugekommen ist die Schnittstelle (resp. Kernelmodul) smapi, welche die Verwendung des Kicker-Plugins kthinkbat ermöglicht. Darauf gebracht hat mich der Stromspar-Artikel ab Seite 26 vom “Linux User” Ausgabe 06/08. Kthinkbat zeigt etliche zusätzliche Details über die Batterie an.
Es kann außerdem hilfreich sein, den Ladezyklus etwas zu steuern. Auf die Akkuladetechnik, welche die Batterie immer zwischen ca. 40 und 80 % geladen hält, kam ich durch diesen Artikel. Damit dies aber funktioniert, muss wie erwähnt das Kernelmodul tp_smapi geladen und aktiv sein, damit die neue Schnittstelle /sys/devices/platform/smapi zur Verfügung steht. Im smapi-Paket ist auch ein hdaps-Modul vorhanden, leider konnte ich aber auch mit diesem den hdapsd (Ein Daemon, der die Festplatte vor Stössen schützt, indem er die Köpfe schnellstens parkt bei Erschütterungen) nicht starten.
Wie ausserdem im Listing der Datei rc.local zu sehen ist, lasse ich mit hdparm -B 16 -S 4 die Festplatte nun nach 20 (4*5) Sekunden Inaktivität so richtig anhalten. Dies geht zwar etwas auf die Lebensdauer der Hardware, schont aber die Batterie ungemein, weil es bis zu 3 Watt einspart. Damit der Puffer der Platte (heutzutage meist 8 bis 16 Megabyte) nicht zu schnell voll wird, was in der Folge das Einschalten derselben zur Folge hätte, müssen natürlich möglichst alle I/O-intensiven Tätigkeiten (Cronjobs, Skripte etc.) vermieden resp. abgeschaltet werden. Besonders erwähnenswert ist hier der Syslog-Daemon. Dieser bietet die Möglichkeit des gepufferten Schreibens. Um dies zu aktivieren , muss im /etc/rsyslog.conf (das Ding heisst je nach Distribution etwas anders) vor jeden Eintrag ein “-” gesetzt werden. Dieses Vorgehen ist allerdings nur auf privaten Notebooks zu empfehlen, da im Falle eines Crashs, die Logdaten, welche noch nicht geschrieben sind, verloren wären. Dies gilt natürlich auch für die Daten im Festplatten-Cache. Und nicht zu vergessen: Da “dirty_writeback_centisecs” auf 30000 gesetzt ist, wären im Falle eines Crashes 5 Minuten Arbeit futsch.
So sollten alle Einträge in der Syslog-Konfiguration aussehen, damit nur noch gepuffert geschrieben wird (das “-” Zeichen macht den Unterschied):
# Log cron stuff cron.* -/var/log/cron
Im Moment erreiche ich alles in allem inklusive Dimmung der Anzeige (auf ca. 70%, damit es trotdem ohne Augenkrämpfe lesbar bleibt) einen Verbrauch von ca. 11-12 Watt. Das sind immerhin 3-4 Watt weniger als zuvor. Mit dem größeren Akku bedeutet dies nahezu eine ganze Stunde mehr Laufzeit. Beim kleinen Standardakku immerhin zwischen 15 und 20 Minuten.
Weitere Anregungen oder Korrekturen bitte wie üblich kommentieren. Viel Spaß beim tweaken!
Hallo Chris,
Danke für den Bericht. Ich habe auch etwas mit den Linux experimentiert (x61t) und hier einen Bericht zusammen getragen: http://wiki.informatik.hu-berlin.de/nomads/index.php/X61t_Erfahrungen
Neuerdings gibt es auch ein deutsches Think-Wiki, wo wir das diskutieren: http://think-wiki.org/index.php?title=Linux_Stromsparen
Beste Grüße,
Peter
Wow, vielen Dank. Hätte ich das doch früher gewußt
Ich werde mich gleich wieder mal dransetzen und mein rc.local anpassen.
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