Erster Eindruck
- Wow! Der ist klein!
- Einmal kurz mit den Ohren wackeln und der Kleine hat gebootet sowie den Desktop fertig geladen.
- Bildschirm und Auflösung sind top.
- Desktop ist gewöhnungsbedürftig, dafür einfach eingerichtet.
- Die Größe der Tastatur ist an der unteren Grenze. Briefe schreiben mit dem 10-Fingersystem ist mühsam bis unmöglich.
- Nette Programmauswahl für die täglichen Arbeiten.
Zweiter Eindruck
- Wo hat es einen simpleren Texteditor als Openoffice? -> Es gibt keinen!
- Finde ich eine Shell im Menü? -> Nein, wer googelt weiss: ctrl+alt+T
- Ok, sudo ist eingerichtet. Mit “sudo -i” werd ich root. Klappt wunderbar.
- Oops, kann als root weder mit halt noch shutdown den eee herunterfahren. Geht nur über das GUI.
- Mit Prozess killen hatte ich auch Probleme, das ging nur über den GUI-Task-Manager.
Meine Meinung
Der eee taugt was! Aber nur für Benutzer die nichts von ihrem System wissen wollen (was bekanntlich die Mehrheit ist).
Die vorinstallierten Programme ergeben entweder Sinn (openoffice, firefox) oder machen Spass (webcam, frozen bubble).
Schade, dass kleine Laptops immer mit einem eigenen “Lern-Menu” aufwarten müssen.
Das OLPC-Projekt ist eine tolle Sache, das scheinen die Hersteller ganz einfach abkupfern zu wollen.
Ein bisschen “Dritte-Welt oder Wohltätigkeits-Feeling” auf dem Subnotebook ist anscheinend schwer in Mode.
Schliesslich muss man sein schlechtes Gewissen wieder aufpäppeln, weil man sich ein Gadget gekauft hat welches man eigentlich gar nicht bräuchte.
Und genau dass trifft auch ein bisschen auf den eee zu.
Wer ernsthaft damit Arbeiten will wird schon nach kurzer Zeit feststellen, dass der Bildschirm halt doch eher klein ist.
Wirklich bemerkbar macht sich die Tastatur, da auf ihr längere Schreibarbeiten definitiv zur Tortur werden.
Zum Glück für mich!
Ich habe den eee gekauft um etwas zu haben wo ich gefahrlos ein Linux auseinander nehmen kann.
Dazu muss man keine langen Briefe schreiben. Er eignet sich wirklich gut um im Zug mal rasch was auszuprobieren.
Leider ist das vorinstallierte Linux derart beschnitten, dass ich mich gezwungen sehe ein debian/ubuntu auf dem eee zu installieren.
Erste Tests verliefen erfreulich (booten einer Install-CD über externes USB-Laufwerk).
Technische Details
Asus EeePC 900 8.9″, 20G, Mini-Notebook, Linux, US Tastatur
Swap ist gefährlich!
Da Flash-Speicher nicht beliebig oft beschreibbar sind, kann eine Swap-Partition den Speicher mit der Zeit schädigen.
Ein Blick auf das System zeigt, dass auf dem eee keine Swap-Partition eingerichtet ist.
/home/user> df -T Filesystem Type 1K-blocks Used Available Use% Mounted on rootfs rootfs 1486348 84108 1326736 6% / /dev/sda1 ext2 1486348 84108 1326736 6% / none aufs 1486348 84108 1326736 6% / tmpfs tmpfs 514016 12 514004 1% /dev/shm tmpfs tmpfs 131072 16 131056 1% /tmp /dev/sdb1 ext3 15512328 214116 14510228 2% /home
Swap-Kommandos sind ebenfalls keine Vorhanden.
Ich werde also wenn ich selber ein System installiere darauf schauen ebenfalls keinen Swap einzurichten.
Dies sollte auch keine Probleme ergeben, da auf dem eee keine Power-Applikationen installiert werden.
Window-Manager
Der eee warted auf dem Desktop mit einem ziemlich eigenen Look auf.
Es kam schon die Vermutung auf, dass das ganze ein umkonfiguriertes KDE sei.
Es hat auch einges an KDE-Tools auf dem System.
eee scheint aber auf icewm zu setzen, wie ein Blick auf die Prozesse zeigt:
/home/user> ps aux | grep -i icewm user 1127 0.1 0.5 34820 5780 ? S 17:18 0:00 icewm
Sudo
Passwörter sind keine eingerichtet.
Jeder der den eee booted hat die volle Kontrolle.
Einfachheit zu Lasten der Sicherheit.
Ein kurzer Blick in die Konfiguration von sudo zeigt, dass root werden kann wer den eee in grad in den Fingern hat:
/home/user> sudo cat /etc/sudoers | grep -v \# Defaults env_reset, always_set_home, env_keep = "XIM_PROGRAM GTK_IM_MODULE XMODIFIERS" root ALL=(ALL) ALL user ALL=(ALL) NOPASSWD:ALL
Hier noch ein Bild vom eee in Action:




Another good thing about the Asus Eee pc is that it does not overheat when used over long periods of time. .