Das Warten auf Fedora 10 hat sich mal wieder definitiv gelohnt! Ich komme trotz vorhandener ATI und Intel-Grafikkarten zwar noch nicht in den Genuss des besten grafischen Schmankerls: KMS (Kernel Mode Setting), aber der Rest scheint auf Anhieb zu klappen wie versprcchen. Es sieht aus wie aus einem Guss, der Bootprozess ist etwas schneller geworden und für mich als KDE-Fan wartet endlich ein einigermassen stabiles KDE 4.1 auf Arbeit. Pulseaudio ist stabiler geworden (wenn auch noch nicht bugfrei) und übernimmt nun alle Audio-Aufgaben, so hat Amarok z.B. gar keine Optionen mehr um die Ausgabe auf etwas anderes umzustellen und das ist gut so.
Hier ein kleiner Status meiner Installationen:
- iMac hat denselben Status (d.h. Mikro und Mausrädchen funktionieren noch nicht)
- Thinkpad: Bis auf die Thinkpad-Buttons (unter KDE4 noch nicht direkt unterstützt) alles o.k. Was mich absolut positiv überrascht und besonders freut: KDE4 scheint sogar mit eingeschalteten Desktop-Effekten genausowenig Strom zu verbrauchen wie KDE3! Im Leerlauf zwischen 11-13 Watt und mit Fensterbewegung (3D und transparent) maximal 16 Watt. Damit scheint KDE4 absolut Netbooktauglich zu sein.
Probleme
Natürlich gibt es auch bei diesem Release ein paar “Wie hat das bloss die Beta-Phase überstanden?” Erlebnisse:
- kpackagekit frisst unersättlich Memory, wenn keine Netzwerkverbindung besteht (Notebook)
- amarok 2.0 ist was die Oberfläche anbelangt noch im Betastadium und die Bedienung alles andere als intuitiv. Ausserdem werden Benutzer, die den “alten” Amarok geschätzt haben, verschreckt mit solchen krassen Oberflächen- und Backend-Änderungen
- Instabilitäten im Zusammenhang mit Xorg und KDE4 mit Dekstopeffekten. Beispiele: Abstürze (selten). Switching auf Konsole und zurück auf KDE (tty1) nicht möglich mit aktivierten Effekten (zumindest mit Intel-Grafikchip).
- xine läuft ca. 1 Sekunde bevor’s einen Speicherzugriffsfehler gibt
Nachtrag:
Nach längerer Testzeit sind mir doch noch ein paar mehr Dinge aufgefallen, vor allem solche, die eigentlich niemals so durch die Finger der Betatester rutschen sollten (ich vermute mal überhastete Updates vor dem Release?). Die Fehler betreffen die KDE-Version, über die Gnome-Version kann ich nichts sagen, da ich sie nicht benutze, aber wie ich Gnome kenne, läuft da alles stabil
- CD’s werden standardmäßig mit kscd wiedergegeben, nur leider ohne Ton! Lösung: Kaffeine benutzen In der Konfiguration das Ausgabegerät auf Phonon stellen (das sollte Standard sein, ist es aber leider nicht)
- Auch das Ripping-Programm (Sound Juicer) hat ‘ne Macke: Als wir eine CD der Freundin rippen wollten (frustriert durch obiges CD-Abspiel-Problem), sah ich, dass das Programm *.oga Dateien erstellte. “Na klar, Ogg Audio” dachte ich. Nur schade, dass Amarok dieses Format nicht erkennt beim Scannen der Sammlungs-Ordner! Lösung: Umbenennen nach *.ogg und Amarok erkennt die Stücke wie gehabt.
Fazit
Auf dem Notebook sollte man die Desktopeffekte nur anschalten, wenn man seine Freunde und Kollegen beeindrucken möchte. Danach sollte man vorerst darauf verzichten, weil man sonst im Gegenzug auf Funktionen wie Konsolen-Switch, Suspend-To-Ram und Suspend-To-Disk (resp. das Aufwachen macht Probleme) verzichten muss.
Sonst gibt es eigentlich nichts zu beachten, viel Spass beim Installieren und ausprobieren!

Die tty7 wurde bei F10 auf tty1 umgelegt darum geht der wechsle dahin nicht versuche > tty1