Stimmenfang oder Wahlmanipulation? 3

Posted by Chris on Februar 20, 2010

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Ich wunderte mich natürlich, warum aus der SVP-Ecke nicht härtere Worte fielen, keine Rücktrittsforderungen, Ausschaffungsdrohungen, nichts. Hans Fehr sagte am Radio nur was von “…sollte gerügt werden von der Parteispitze…”

Komisch, denn es geht ja immerhin um den Schwarzafrikaner Nationalrat Ricardo Lumengo also quasi das moderne Feindbild von Xenophoben. Das lässt darauf schliessen, dass es besagte Bürgerliche häufig eben auch nicht allzu genau nehmen, was den Stimmenfang im Altpapier oder in Altersheimen angeht.

Nichtsdestotrotz tut es mir immer weh, wenn eigentlich intelligente Menschen etwas so unglaublich dummes tun. Krankhafter Ehrgeiz scheint keine Parteigrenzen zu kennen. Wenn es auch noch so wahr ist, dass er Menschen beim Ausfüllen geholfen hat, so hätte er wissen müssen, dass dies eine Wahlmanipulation darstellt.

Die SP scheint derzeit grössere Probleme zu haben, als sie selber zugibt. Nicht einmal die Abzockerinitiative wurde aktiv unterstützt, das einzige linke Thema, dass beim verängstigten Volk noch zu platzieren gewesen wäre! Sie haben nun praktisch nichts mehr, um die Wähler in ländlichen Gegenden abzuholen. Selbst schuld, ich prophezeie mal, dass die SP, wenn überhaupt, praktisch nur noch urban oder in grösseren Ballungsgebieten handlungsfähig bleiben wird in den nächsten Jahren. Wird diese Rosskur sich vielleicht als das beste herausstellen, was passieren konnte, um den Bodenkontakt endlich wiederherzustellen? Die meisten Menschen sind nun mal einfach so: Es muss ihnen erstmal selbst dreckig gehen, bevor sie die nötige Empathie auch für andere Mitmenschen ausserhalb ihres engeren Umfeldes empfinden können. Zum Beispiel hätte dann auch eine staatliche Krankenkasse eine Chance, wenn geügend Nicht-Privatversicherte ihre Spitalerfahrung gemacht haben würden.

[1]  http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Auf-Stimmenfang-im-Altpapier-28316083
[2] http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2010/02/19/Schweiz/Wahlmanipulationen-Ruecktritt-fuer-Ricardo-Lumengo-kein-Thema
[3] http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/svp-fraktion_einstimmig_fuer_vorschlag_blocherminder_1.5035505.html

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  1. La GaucheNo Gravatar Mo, 22 Feb 2010 21:32:02 UTC

    Du machst es dir zu einfach. Die SP hat kein Problem mit sich selber, sic!

    Die Abzocker-Initiative wurde sehr wohl von der SP unterstützt. Nur geht sie in den Augen der SP zu wenig weit. Das «Abzocker»-Problem wird sie nicht lösen, da Aktionäre mit Stimmenmehrheiten oft selbst «Abzocker» sind und dessen Füdli nicht juckt, wenn der Lohn der Verwaltungsräte zu hoch ist. Summa sumarum eine Scheinlösung eines Bürgerlichen dem der Mut nach Veränderung im Wirtschaftssystem fehlt.

    Und das Thema mit Lumengo siehst du selbst richtig. Stimmenfang ist schweizweit verbreitet, aber das liegt daran, dass man aktive Politik nicht mehr zu Hause oder in der Schule lernt, Demokratie uncool geworden ist, und man nur durch Hilfe anderer wirklich Stimmen geht.

    Die Xenophoben stimmen existieren dennoch. Auf Facebook, Twitter, gar im Stammlokal hört man die. Zu verdanken hat man das aber den Medien, die keine alternative Berichterstattung als Skandalmeldungen, Kritik etc. publizieren und Politiker (auch bürgerliche, da vor allem die Stimmen abfangen), die sich Ausnahmsweise hinter Lumengo stellen.

  2. ChrisNo Gravatar Mi, 24 Feb 2010 13:53:13 UTC

    Da magst Du teilweise recht haben, aber die grössten Aktionäre in der Schweiz sind und bleiben die Pensionskassen. Daher stellt sich wohl eher die Frage, wie der Filz schon ausgebreitet ist, denn ansonsten dürften die PK kein grosses Interesse an Abzockern haben….falls doch, sind wir als gesamtes genauso korrupt wie jeder beliebige afrikanische Staat, es geschieht bei uns einfach nicht ganz so offensichtlich.

  3. ChrisNo Gravatar Mi, 21 Apr 2010 15:46:41 UTC

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