Distributions-Test Nr. 9: *** PCLinuxOS 2010 *** 2

Posted by Chris on Juli 09, 2010

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Drei Jahre ist es her, seit ich PCLinuxOS das letzte mal getestet habe. Mittlerweile kenne ich auch die ihm zugrunde liegende Distribution Mandriva sehr gut. Ich war damals auf Anhieb begeistert, wie einfach eine gut durchdachte Desktop-Distribution sein kann, wenn die Macher sich wirklich auf das Wichtigste Konzentrieren: Die Zeit, die ein Benutzer für seine Tätigkeiten benötigt.

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Distributions-Test Nr. 8: *** FreeNAS *** 2

Posted by Chris on Dezember 30, 2009

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OK ausnahmsweise, weil Feiertage sind, auch mal eine Nicht-Linux-Distribution auf dem Prüfstand. Nämlich FreeNAS, eine hochspezialisierte BSD-Unix-Variante mit einem NAS-Server, wie der Name ja schon andeutet, der als Live-Image oder “installierbares Image” gebraucht werden kann.

Der Grund, weshalb ich auf FreeNAS kam, war, dass ich meine vielfältigen Heimnetz-Services, die sich über die Jahre in meinen virtuellen CentOS’s angesammelt haben, konsolidieren wollte. Mit einem NAS (Network Attached Storage, also Diskplatz, der über verschiedene Dienste im Netz auf vielfältige Weise nutzbar gemacht wird) und einer Weboberfläche ist dies einfach lösbar und macht mehr Spass als “nur” mit einer Hardware-Appliance, die teuer ist, keine offene Software hat und meist auch weniger Services anbietet.

Herkunft / Ursprung

FreeNAS ist ein kleines FreeBSD und wurde von Olivier Cochard und Volker Theile geschaffen. Heute besitzt iX-Systems FreeNAS, aber es wird natürlich als Opensource-Projekt weitergeführt.

Wichtigste Daten in Kürze:

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Kritik an KDE 4.3.5 und Mandriva 2010.0

Posted by Chris on November 07, 2009

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In eigener Sache möchte ich meinem Ärger etwas Luft machen: Warum wurde Mandriva 2010.0 so früh freigegeben? Der Update von 2009.1 dürfte bei 30% der Benutzer (diejenigen, welche die Distribution nicht nur als Windows-Ersatz benutzen) Probleme gemacht haben (so wie mir). Auch nach einer frischen Installation bin ich nicht überzeugt, dass die neue Version Produktionsreife hat!

Aber der Reihe nach: Vor ein paar Tagen erhielten alle Benutzer vom Mandriva-Update-Applet die Möglichkeit, ihre Version 2009.1 auf die neueste 2010.0 zu aktualisieren. Im Glauben, im Jahre 2009 sei es endlich möglich, einen Distributionsupgrade sauber durchzuführen, hat mein Spieltrieb gesiegt und nach ca. 30 Minuten war schon alles Vorbei. Leider hörte der Prozess mit einer Fehlermeldung auf, trotzdem schien der Prozess als Ganzes durchgelaufen zu sein, denn ich hatte nicht allzuviel spezielle Repositories aktiviert. Leider funktionierte nach dem Reboot kein Update-Prozess mehr. Nicht lange gefackelt und eine Komplett-Neuinstallation gemacht (dauert auch nur 20-30 Minuten). Natürlich glänzt Mandriva mit den neuesten Features: 2.6.31er-Kernel, Kernel-Modesetting, falls der Grafikchip es unterstützt, ein sauberes und hochkontrastiges Layout, wirklich sehr edel. Aber trotz allem noch unreif, denn KDE kränkelt immer noch an Grundsätzlichem: Man kann weder Social Desktop noch das Twitter-Applet (Microblogging) hinzufügen, ohne dass der Plasma-Desktop abstürzt. Die semantische Desktopsuche funktioniert immer noch nicht per Default, nein, man kann sie noch nicht einmal aktivieren, da das Soprano-Backend fehlt (zumindest sagt die Fehlermeldung das, denn installiert wäre das Backend sehr wohl!). Als kleinen Scherz meldet das Mandriva-Update dann auch noch, es wäre eine neue Version erhältlich: 2009.1, tja, warum zur Abwechslung nicht mal ein Downgrade ;-)   (dieser Bug wurde heute gefixt). Zu meinem persönlichen Ärger scheint ein Problem mit HAL die Arbeit als Benutzer in KDE mit verschlüsselten externen USB-Disks (oder Keys) zu verunmöglichen.

Versteht mich bitte nicht falsch, Mandriva ist nach wie vor eine exzellente Distro mit unglaublich guten grafischen Konfigurationswerzeugen. Aber ich habe den leisen Verdacht, dass Mandriva möglichst zeitnah zu Windows 7 oder Ubuntu 9.10 veröffentlicht werden sollte, koste es was es wolle und wie bei Ubuntu sind einfach zu viele Fehler noch offensichtlich vorhanden. Es scheint wie so häufig zu wenig Zeit und Ressourcen zum Testen gegeben zu haben (an der mangelnden Bereitschaft, Bugreports einzusenden kann es nicht mehr liegen). Ein grosser Teil der Kritik gilt KDE 4.3.5 insbesondere: Man fragt sich, warum die Architektur zulässt, dass Plasmoiden, welche von Nicht-Profis entwickelt werden (was ja auch so sein soll, damit eine kreative Vielfalt entstehen kann), den Plasma-Desktop immer noch so einfach zum Absturz bringen können. Dies ist für mich das Hauptärgernis am Desktop, das darf einfach nicht passieren, es braucht eine viel bessere Abgrenzung gegen die Hauptressourcen (Prozesse, Speicher) vom Plasma-Desktop!

Nachtrag: Etwas überraschend positives ist dafür von Pulseaudio zu vermelden: Mit mehreren Soundkarten (Onboard 5.1, USB-Headset kabellos) ist es problemos und vor allem kinderleicht möglich, jede Soundausgabe zu steuern (Sound aus den 5.1 Boxen, dass die Wände wackeln und der Nachbar sauer wird, und telefonieren mit dem Headset, oder umgekehrt, wenn man will). Das war schon vorher möglich, aber es scheint nun sehr stabil und zuverlässig zu funktionieren und die Steuerelemente von Pulseaudio-Control wurden vereinfacht und sind intuitiv.

Linux-Distributions Test Nr. 7: *** Mandriva 2009.1 *** 4

Posted by Chris on Juni 12, 2009

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Obwohl gerade erst der Fedora 11-Löwe in die freie Wildbahn entlassen wurde, dachte ich mir, „den sollen andere testen“. Da Fedora sowieso auf den meisten meiner Maschinen läuft, wäre ich ohnehin befangen.

Dem einsteigerfreundlichen PCLinuxOS die Basis bietend steht Mandriva schon seit über einem Jahr auf meiner Wunschliste zum Testen.

Zurzeit (nicht zuletzt dank dem neuen Release) auf Platz 6 von Distrowatch finden wir Mandriva, welches noch bis ca. 2005 Mandrake hiess. Mehr zur Herkunft, Geschichte und viele Details zu dieser großen Distribution sind in Wikipedia zu finden. So kann ich mich gut auf die Details konzentrieren, welche Mandriva von anderen Distributionen abhebt. Und das sind schließlich immer noch genug.

Herkunft / Ursprung

Gem. Wikipedia und der Linux-Distributions-Geschichtstafel wurde Mandriva (dass vor einem Namenskonflikt eben noch Mandrake hiess) von Redhat abgeleitet (genauer: 1998 von Gaël Duval). Diese Herkunft ist ja bereits ein gutes Zeichen.

Wichtigste Daten in Kürze:

  • Homepage: http://www.mandriva.com
  • Businessmodell: Verkauf von div. Server- und Desktopversionen, auch USB-Sticks
  • Ungefähre Grösse der Vollversion als ISO-Image: 690 MB
  • LiveCD Funktion: Ja
  • Sprachen: Div. Übersetzungen
  • Abgeleitet von: RedHat
  • Kernel: 2.6.29
  • Package-Management: rpmdrake (grafisch) und urpmi (CLI)
  • Paketformat Standard: RPM
  • Release-Zyklus: Ungefähr nach Jahreszeiten (z.B. „Spring Edition“)
  • Standarddesktop: KDE
  • 3D-Desktop / Desktopeffekte: In Kwin integriert (Standard seit KDE 4)
  • Kosten für Updates und Support: Je nach Lizenz der kommerziellen Version ab 49 Euro. Keine Kosten (Wiki, Foren) für die freien Versionen
  • Lizenz: Grösstenteils GPL V.2. Unfreie Software in den kommerziellen Versionen enthalten
  • Dokumentationen: http://doc.mandriva.com/
  • Forum: http://forum.mandriva.com/
  • Wiki: http://club.mandriva.com/xwiki/bin/view/KB/
  • Bugtracker: Bugzilla => https://qa.mandriva.com/
  • Mitmachen: http://www.mandriva.com/en/community/start

Besonderheiten dieser Version

  • MSEC Sicherheitspaket
  • Zentrale Konfiguration mit drakconf und den draktools
  • Schnelle Updates durch Delta-RPM’s

Erster Eindruck vom Desktop

Auch Mandriva schliesst sich dem allgemeinen Trend zur Einfachheit auf dem Desktop an. Die Schriften und die Kontrollleiste sind in der Standardeinstellung etwas zu klein für kurzsichtige Benutzer. Die feine Auswahl an Extra-Plasmoiden gefällt mir. Man merkt, dass die Mandriva-Designer den Wechsel von KDE 3 zu 4 sehr sanft machen wollten, denn es sieht auf den ersten Blick eher wie eine 3er Version aus.
Prinzipiell zu KDE 4.2 noch ein paar Anmerkungen: Dank den Features und der Stabilität (endlich) von KDE 4.2 in der Grundinstallation lässt es nun meines Erachtens auch MacOSX hinter sich (bei passenden Grafikkartentreibern umso mehr). Die noch vorhandenen Bugs (Semantischer Desktop, Plasma-Activities, automatische Plasmoideninstallation) werden durch die standardmäßig vorhandenen Features (PowerDevil, SVN-Integration, Unterstützung von verschlüsselten Partitionen und USB-Sticks im Dateimanager Dolphin) mehr als ausgeglichen. Auch die Plasmoiden-Entwicklung in der Community nimmt jetzt an Fahrt auf, es wird künftig sicher noch viele tolle Spielzeuge mehr geben ;-) Es wird endlich Zeit, einmal selber so ein Ding zu programmieren, was ich mir schon seit über einem Jahr immer wieder vornehme. Ich finde es erstaunlich, wie sehr man KDE4 visuell verändern kann auch ohne spezielle Kenntnisse, was es den Distributoren ermöglicht, eindeutige Merkmale bereitzustellen bei maximaler Portierbarkeit. Das war natürlich auch schon bei den Vorgängern so, aber nicht in dem Masse wie heute. Soviel also zu KDE unter Mandriva, bitte entschuldigt die Abschweifung.

Leider wird die Freude am aufgeräumten Desktop etwas getrübt durch Icons wie „Herzlich Willkommen“, „Join Mandriva“ und gar „Upgrade to Powerpack“, gerade letzteres ist in einer reinen Community-Version ein Unding, aber wir wollen mal nicht zu pingelig sein, denn wie bereits erwähnt hat Mandriva auch kommerzielle Distributionen im Programm und dadurch natürlich auch ein bisschen kommerzielle Interessen.

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Linux-Distributions Test Nr. 6: *** Foresight GNOME Edition 2.1.0 *** 6

Posted by Chris on Mai 09, 2009

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Zurzeit ungefähr auf Platz 65 von Distrowatch liegt die unscheinbare Distribution Foresight. Sie soll dem Benutzer eine einfache Plattform bieten, mit der die Multimedia- und Office-Angelegenheiten und auch sonstige Tätigkeiten sehr einfach von der Hand gehen sollen. Das Projekt hat ein  dediziertes Team für die Gnome-Implementierung, wodurch stets die neuesten Gnome-Features in Foresight bestaunt werden können.

Herkunft / Ursprung

Es gibt keine eindeutige Herkunft. Bei der Installation wird man durch Anaconda an Fedora erinnert und auch beim Starten sind frappante Ähnlichkeiten zu beobachten, aber das war’s dann auch schon mit den Ähnlichkeiten. Conary stammt von rPath Linux ab. Es steckt auch ein Teil Gentoo drin, da der verwendete Paketmanager Conary  auch so etwas wie “emerge” kennt, mit welchem Pakete nicht einfach installiert, sondern direkt auf der Maschine kompiliert werden können.

Wichtigste Daten in Kürze:

  • Homepage: http://www.foresightlinux.org/
  • Größe der Vollversion als ISO-Image: 1.3 GB
  • LiveCD Funktion: Nein
  • Sprachen: Div. Übersetzungen
  • Abgeleitet von: rPath
  • Kernel: 2.6.27
  • Package-Management: Conary unterstützt die Formate DEB und RPM gleichermaßen, auch “emerge” von Gentoo wird unterstützt
  • Release-Zyklus: Verschieden, je nach Edition (Gnome Full/Lite, XFCE, Kid’s, Mobile)
  • Standarddesktop: Hauptsächlich Gnome (Full und Lite Edition), XFCE Edition in anderem Releasezyklus
  • 3D-Desktop / Desktopeffekte: Compiz
  • Kosten für Updates und Support: Keine (Wiki, Foren)
  • Lizenz: Grösstenteils GPL V.2. Keine proprietäre Software in der Grundaustattung vorhanden
  • Support: IRC und Mailingliste => http://www.foresightlinux.org/support.html
  • Dokumentationen: http://www.foresightlinux.org/docs.html
  • Forum: http://forum.foresightlinux.org/
  • Wiki: https://wiki.foresightlinux.org/dashboard.action
  • Bugtracker: Jira => https://issues.foresightlinux.org/secure/Dashboard.jspa
  • Mitmachen: https://wiki.foresightlinux.org/display/teams/Home

Besonderheiten dieser Version

Erster Eindruck vom Desktop

Der erste Eindruck ist der, welcher sich bei den meisten Distributionen heutzutage zeigt: Sehr schön und aufgeräumt. Die meisten Distributoren scheinen mittlerweile verinnerlicht zu haben, dass ein leerer Desktop mit einem schönen und beruhigendem Hintergrundbild der beste Anfang ist. Continue reading…