Wieder mal ein Leser-EMail, zur Abwechslung an eine Krankenkasse 3

Posted by Chris on November 16, 2009

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Tja, manchmal juckt es mich einfach in den Fingern, vor allem, wenn ich in semiprofessionellen Heftchen von irgendwelchen Firmen pseudojournalistischen Unsinn lesen darf (gezwungen wurde ich ja nicht dazu ;-) . Ein Beispiel ist die aktuelle Heftchen (04/2009) der Schweizer Krankenversicherung “Sanitas“. Die Wortwahl in den Artikeln ist nicht nur häufig unpassend, sondern auch menschenverachtend. Der Gebrauch des Unworts “Überalterung” (nein, dieses Wort gibt es nach wie vor nicht) zeigt dies einmal mehr. Dazu mein Leseremail, das wieder mal viel zu lange geraten ist, aber die aktuelle Situation der Krankenkassen aus meiner Sicht treffend beschreiben mag:

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Kritik an KDE 4.3.5 und Mandriva 2010.0

Posted by Chris on November 07, 2009

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In eigener Sache möchte ich meinem Ärger etwas Luft machen: Warum wurde Mandriva 2010.0 so früh freigegeben? Der Update von 2009.1 dürfte bei 30% der Benutzer (diejenigen, welche die Distribution nicht nur als Windows-Ersatz benutzen) Probleme gemacht haben (so wie mir). Auch nach einer frischen Installation bin ich nicht überzeugt, dass die neue Version Produktionsreife hat!

Aber der Reihe nach: Vor ein paar Tagen erhielten alle Benutzer vom Mandriva-Update-Applet die Möglichkeit, ihre Version 2009.1 auf die neueste 2010.0 zu aktualisieren. Im Glauben, im Jahre 2009 sei es endlich möglich, einen Distributionsupgrade sauber durchzuführen, hat mein Spieltrieb gesiegt und nach ca. 30 Minuten war schon alles Vorbei. Leider hörte der Prozess mit einer Fehlermeldung auf, trotzdem schien der Prozess als Ganzes durchgelaufen zu sein, denn ich hatte nicht allzuviel spezielle Repositories aktiviert. Leider funktionierte nach dem Reboot kein Update-Prozess mehr. Nicht lange gefackelt und eine Komplett-Neuinstallation gemacht (dauert auch nur 20-30 Minuten). Natürlich glänzt Mandriva mit den neuesten Features: 2.6.31er-Kernel, Kernel-Modesetting, falls der Grafikchip es unterstützt, ein sauberes und hochkontrastiges Layout, wirklich sehr edel. Aber trotz allem noch unreif, denn KDE kränkelt immer noch an Grundsätzlichem: Man kann weder Social Desktop noch das Twitter-Applet (Microblogging) hinzufügen, ohne dass der Plasma-Desktop abstürzt. Die semantische Desktopsuche funktioniert immer noch nicht per Default, nein, man kann sie noch nicht einmal aktivieren, da das Soprano-Backend fehlt (zumindest sagt die Fehlermeldung das, denn installiert wäre das Backend sehr wohl!). Als kleinen Scherz meldet das Mandriva-Update dann auch noch, es wäre eine neue Version erhältlich: 2009.1, tja, warum zur Abwechslung nicht mal ein Downgrade ;-)   (dieser Bug wurde heute gefixt). Zu meinem persönlichen Ärger scheint ein Problem mit HAL die Arbeit als Benutzer in KDE mit verschlüsselten externen USB-Disks (oder Keys) zu verunmöglichen.

Versteht mich bitte nicht falsch, Mandriva ist nach wie vor eine exzellente Distro mit unglaublich guten grafischen Konfigurationswerzeugen. Aber ich habe den leisen Verdacht, dass Mandriva möglichst zeitnah zu Windows 7 oder Ubuntu 9.10 veröffentlicht werden sollte, koste es was es wolle und wie bei Ubuntu sind einfach zu viele Fehler noch offensichtlich vorhanden. Es scheint wie so häufig zu wenig Zeit und Ressourcen zum Testen gegeben zu haben (an der mangelnden Bereitschaft, Bugreports einzusenden kann es nicht mehr liegen). Ein grosser Teil der Kritik gilt KDE 4.3.5 insbesondere: Man fragt sich, warum die Architektur zulässt, dass Plasmoiden, welche von Nicht-Profis entwickelt werden (was ja auch so sein soll, damit eine kreative Vielfalt entstehen kann), den Plasma-Desktop immer noch so einfach zum Absturz bringen können. Dies ist für mich das Hauptärgernis am Desktop, das darf einfach nicht passieren, es braucht eine viel bessere Abgrenzung gegen die Hauptressourcen (Prozesse, Speicher) vom Plasma-Desktop!

Nachtrag: Etwas überraschend positives ist dafür von Pulseaudio zu vermelden: Mit mehreren Soundkarten (Onboard 5.1, USB-Headset kabellos) ist es problemos und vor allem kinderleicht möglich, jede Soundausgabe zu steuern (Sound aus den 5.1 Boxen, dass die Wände wackeln und der Nachbar sauer wird, und telefonieren mit dem Headset, oder umgekehrt, wenn man will). Das war schon vorher möglich, aber es scheint nun sehr stabil und zuverlässig zu funktionieren und die Steuerelemente von Pulseaudio-Control wurden vereinfacht und sind intuitiv.

Freiheit, die ich meine

Posted by Chris on Oktober 22, 2009

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Freiheit, was für ein armes Wort, jeder benutzt es, doch keiner meint damit dasselbe…

Ein prominentes Beispiel: Sie nennt sich “IG Freiheit” (eine Interessensgemeinschaft kann alles sein, nur nicht verbindlich), eine lose Gruppe von (meist einschlägig bekannten) Neoliberalen. Schon auf der Homepage sieht man, wie der wackere Mann mit der Sense die Gesetzeslandschaft niedermäht.

Zynisches gibt es dort zu entdecken, wie der Spruch: „24h Lebensqualität – Ja zu offenen Tankstellen-Shops“. Schnell wird klar, wessen Freiheit diese IG meint: Ihre eigene! Die Freiheit, immer und überall einzukaufen und zu konsumieren. Die Dummen sind dann eben die Angestellten, sie haben in der Regel kaum die “Freiheit”, eine Nachtschicht abzulehnen, denn dann sind sie schnell einmal Arbeits-”frei”. Genug der schlechten Wortspiele…

Nach humanistischer Tradition, kann man über unsere Gesetze nach wie vor sagen (Zitat Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social): „Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit.“
Ein Abbau von Gesetzen zielt immer auf Steuererleichterungen oder Aufweichung von Arbeitsrechten ab, denn sie werden stets von denselben politischen Lagern eingereicht, das sollte heute ein jeder begriffen haben. Niemand wird für uns „Normalos“ mal schnell die Steuergesetze oder die Verselbständigung vereinfachen (auch wenn sie uns dies so verkaufen wollen).

Ich kenne übrigens Nachtschichten aus eigener Erfahrung und habe sie gehasst. Früher oder später macht sie sich physisch und/oder psychisch bemerkbar. Dabei wurde ich eigentlichgut bezahlt mit den Zuschlägen, die man in der IT-Branche erhält (denn sonst findet man dort wirklich niemanden, der sowas macht).

Also bitte, liebe IG Freiheit, versucht Euch nicht zu maskieren mit dem schon zu häufig vergewaltigten Wort Freiheit. Steht dazu, wer und was Ihr seid, ein Millionärsklub mit definiertem Ziel, aber achtung: Freiheit heisst auch Verantwortung und Euer Luxus ist nicht unsere Freiheit!

So wie sich die Arbeitszeiten heute schon ausgeweitet haben, fragt sich auch schon die Uni Zürich (Artikel NZZ), warum Freiwillige Arbeit rückläufig ist.

[1] http://news.nzzexecutive.ch/human_resource_management/forschung/miliz-engagement_lohnt_sich_1.3394771.html
[2] http://www.igfreiheit.ch/

Noch mehr Idiotenpolitik 2

Posted by Chris on September 25, 2009

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Tja, da habe ich mich erst vor einem halben Jahr aufgeregt über Idiotenthemen in der Schweizer Politik, geht der Reigen im Herbst nun fleissig weiter. Ich sollte eine Liste machen, eine Art Wiki mit den dümmsten Ideen und Sprüchen von Politikern. Vermutlich gibt es sowas schon zuhauf. Die statistische Auswertung desselben brächte ja ohnehin bereits Vermutetes zu Tage. Zur den Highlights diese Woche:

  • Da hätten wir die Frau Estermann, die in altbekannter Manier das Singen der Nationalhymne vor jeder Nationalratssitzung einführen wollte.  Dazu Arthur Schopenhauer: „…Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz seyn könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er garade angehört, stolz zu seyn…“
  • Der neue Bundesrat, wie heisst er noch gleich…Burkhalter, genau. Dieser ist derweil überzeugt, dass Schweizer Elitetruppen im Ausland durchaus für diverse Einsätze geeignet wären. Nicht zum Kuhmelken oder zur Ausbildung von Landwirten in Äthiopien, nein, zur Jagd auf Piraten und Geiselbefreiung. Nun zumindest wissen wir nun, welches Departement ihm am besten zusagt…
  • Und die Unterstützung von jungen Arbeitslosen in Sachen Weiterbildung wäre so oder so eine tolle Sache, aber sogar das wird im 3. Konjunkturpaket mit einem äusserst fragwürdigen Kompromiss entwertet (erst bei einer Arbeitslosenquote ab 5 % gibt es Geld). Das heisst also die Politiker sind allzugerne bereit der Wirtschaft noch mehr Geld in den Popo zu stopfen, während ein Passus, welcher auch einmal benachteiligte Menschen (das sind die Lebewesen, welche für die Wirtschaft das Geld erarbeiten) unterstütz hätte, praktisch keine Chance hatte.

Würde ein IQ-Minimum (so ab 130?) für Politiker auf der nationalen Ebene solche Dummbatz-Aktionen verhindern? Ich bin ehrlich gesagt nicht überzeugt davon, aber einen Versuch wäre es wert, wenn auch die soziale Intelligenz berücksichtigt würde, eine nicht ganz so kluge 4fache alleinerziehende Mutter könnte sehr wohl auch gut, wenn nicht sogar besser politisieren..

Die Zeit des Volkes wird viel zu sehr beansprucht mit Abstimmungen, die praktisch keinen Einfluss auf sein tägliches Leben hat, während die wirklich wichtigen Themen nebenbei entschieden werden (mal schnell 60 Milliarden einer Grossbank schieben, während wir 200 Millionen für verbesserte Arbeitslosenhilfe ablehnen oder so ähnlich). Da wäre es doch wenigstens wünschenswert, dass die Damen und Herren in der Lage wären, vernünftige und menschliche Entscheidungen zu treffen. So wäre die Tatsache, dass wir in einer Pseudo-direkten Demokratie leben, bei weitem nicht so schlimm.

Bis zum nächsten Idiotenartikel wünsche ich eine gute Zeit und viel Spass mit der besten Regierungsform der Welt.

Chaos Radio Express 135 „Mut zur Freiheit“: Beste Sendung ever! 2

Posted by Chris on August 17, 2009

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http://chaosradio.ccc.de/cre135.html lohnt sich wirklich. Mehrere wunderbare Aussagen und Beobachtungen (z.B. von Juli Zeh bei 00:44). Wer CRE noch nicht kennt und nur im entferntesten interessiert an der Welt sind, haben was nachzuholen.