Freiheit, was für ein armes Wort, jeder benutzt es, doch keiner meint damit dasselbe…
Ein prominentes Beispiel: Sie nennt sich “IG Freiheit” (eine Interessensgemeinschaft kann alles sein, nur nicht verbindlich), eine lose Gruppe von (meist einschlägig bekannten) Neoliberalen. Schon auf der Homepage sieht man, wie der wackere Mann mit der Sense die Gesetzeslandschaft niedermäht.
Zynisches gibt es dort zu entdecken, wie der Spruch: „24h Lebensqualität – Ja zu offenen Tankstellen-Shops“. Schnell wird klar, wessen Freiheit diese IG meint: Ihre eigene! Die Freiheit, immer und überall einzukaufen und zu konsumieren. Die Dummen sind dann eben die Angestellten, sie haben in der Regel kaum die “Freiheit”, eine Nachtschicht abzulehnen, denn dann sind sie schnell einmal Arbeits-”frei”. Genug der schlechten Wortspiele…
Nach humanistischer Tradition, kann man über unsere Gesetze nach wie vor sagen (Zitat Jean-Jacques Rousseau, Du Contrat Social): „Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit.“
Ein Abbau von Gesetzen zielt immer auf Steuererleichterungen oder Aufweichung von Arbeitsrechten ab, denn sie werden stets von denselben politischen Lagern eingereicht, das sollte heute ein jeder begriffen haben. Niemand wird für uns „Normalos“ mal schnell die Steuergesetze oder die Verselbständigung vereinfachen (auch wenn sie uns dies so verkaufen wollen).
Ich kenne übrigens Nachtschichten aus eigener Erfahrung und habe sie gehasst. Früher oder später macht sie sich physisch und/oder psychisch bemerkbar. Dabei wurde ich eigentlichgut bezahlt mit den Zuschlägen, die man in der IT-Branche erhält (denn sonst findet man dort wirklich niemanden, der sowas macht).
Also bitte, liebe IG Freiheit, versucht Euch nicht zu maskieren mit dem schon zu häufig vergewaltigten Wort Freiheit. Steht dazu, wer und was Ihr seid, ein Millionärsklub mit definiertem Ziel, aber achtung: Freiheit heisst auch Verantwortung und Euer Luxus ist nicht unsere Freiheit!
So wie sich die Arbeitszeiten heute schon ausgeweitet haben, fragt sich auch schon die Uni Zürich (Artikel NZZ), warum Freiwillige Arbeit rückläufig ist.
[1] http://news.nzzexecutive.ch/human_resource_management/forschung/miliz-engagement_lohnt_sich_1.3394771.html[2] http://www.igfreiheit.ch/