Durch das Teilzeitstudium und den damit verbunden Geld- und Zeitmangel wird der Einfallsreichtum eines Geeks enorm gefördert. Schliesslich will man nicht die gesamten Ersparnisse in einem Jahr verdampfen müssen. Man muss sich besser organisieren, kann nicht einfach mal schnell einen Tablet-PC für eine Präsentation kaufen, das Notebook sollte 5 Jahre halten, bis das Studium fertig ist etc. etc.
Ausgehend von einem Teilzeitstudium (mit 60-80% Teilzeitstelle) und Mietkosten von ungefähr 40% des Bruttolohnes können folgende Punkte sicher behilflich sein, trotzdem ein gutes Leben ohne Hungergefühle zu führen:
Finanztipps:
1.) Kaufe nur ausgereifte Gadgets mind. der 2. Generation. Ersparnis: Ca. 2’000 Euro pro Jahr: Wie schon mehrfach erwähnt, bin ich ein “Late adopter”: Ich beobachte neue Gadgets oder gar Geräteklassen am Anfang mit Skepsis und warte meist die zweite oder dritte Generation ab. Das hat den Vorteil, dass die Geräte günstig, ausgereift und gut unterstützt sind. Nachteil: Geek-Faktor nicht so hoch wie wenn man der erste Importeur für ein superheisses Teil aus Japan ist…
2.) Essen wie die Armen im 18. Jahrhundert. Ersparnis: Ca. 300 Euro im Monat (ausgehend von den Lebensmittelpreisen der Schweiz). Als Vegetarier spart man zusätzlich nochmals etwa 100 Euro. Man soll sich nicht geisseln, aber wenn man wie ich gerne auch mal nur eine Schüssel Reis oder arme Ritter isst (die sind richtig gemacht ein sehr günstiges Festmahl). So kann man sich trotzdem einmal wöchentlich ein gutes Restaurant leisten immer zu rechnen.
3.) Strom sparen. Ersparnis: Ca. 20-40 Euro im Monat. Als Geek hat man hier den Vorteil, auf LED abzufahren und in der Lage zu sein, den Heimserver per Wake-On-Lan zu starten (kommt auch die Netzwerkkarte an) anstatt ihn 24 Stunden heizen zu lassen, wenn man ihn dann doch nur 30 Minuten lang braucht.
4.) Gratis Mobil surfen: Der e-Reader Kindle von Amazon (nein, ich bekomme leider kein Geld für die Werbung) hat neben seinen Qualitäten noch einen ganz besonderen Nebeneffekt: Man kann damit gratis surfen via WLAN/3G/UMTS/GSM, die SIM-Card ist eingebaut und der Browser ist durchaus brauchbar. Da es von Seiten wie Gmail, Wikipedia, leo.org, gutenberg.org etc. Mobil-Versionen gibt, surft man sogar überraschend flott damit.
5.) Gratis SMS für Termine: Mit Google-Calendar kann man sich für Termine kostenlos SMS schicken lassen. Wie man diesen “Service” für private SMS an beliebige Personen nutzen kann, müssen wir wohl noch austüfteln.
6.) Investiere in Aktien von Firmen, die Du sehr gut kennst: Wenn Du Ersparnisse von Deinem Berufsleben vor dem Studium hast, investiere so 20’000 Euro in Firmen, die Du wirklich gut kennst respektive von denen Du genau weisst, was sie tun. Bei mir war das z.B. Redhat und der Gewinn in einem Jahr finanzierte mir fast 3 Monatsmieten! Natürlich auch ein bisschen Glückssache. Aber bitte immerdaran denken: Nur Abschaum investiert in Lebensmittel!
Organisationstipps:
1.) Nutze eine Online-Festplatte (ich nehme das C-Wort lieber nicht in den Mund, das machen die Krawattenträger schon zur genüge): Dies ist zwar aus diversen Gründen etwas heikel (Privatsphäre, Datendiebstahl), aber wenn man sich den Anbieter gut aussucht und sensible Daten selber verschlüsselt (wie man es bis anhin auf den USB-Sticks machte), sollte das ein gangbarer Weg sein. Die Kosten (ca. 20 Euro für 100 GB je nach Anbieter) rechnen sich, weil man auf Sicherheitskopien, USB-Key-Rumschleppen usw. endlich verzichten kann. Wenn man wirklich einmal seine Daten braucht und an einem PC ohne Internet-Anschluss sitzt, muss man sich ohnehin andere Fragen stellen…
2.) Mache ein Organisationssystem: Das Ziel von allen Organisationssystemen (ich nutze beispielsweise GTD) ist zu wissen, was man als nächstes Tun soll. Eine unschätzbare Hilfe, wenn man arbeitet und gleichzeitig studiert. Rememberthemilk.com und Google-Services (Kalender, Mail) leisten hier sehr gute Dienste.
3.) Verliere Dich selbst nicht: Man ist manchmal geneigt, das ganze Privatleben inkl. Freunde und Familie zu vernachlässigen, weil man glaubt, jede Minute fürs Studium nutzen zu müssen. Tu das nicht! Man schreibt keine (viel) besseren Prüfungen (und wenn, dann ist es auch egal beim heutigen Modulsystem). Man kann sogar davon ausgehen, dass der fehlende Ausgleich die Semesternoten negativ beeinflusst. Also: Treibt weiter Eure bevorzugten Sportarten / Meditationstechniken etc. und haltet die sozialen Kontakte aufrecht. Durch gute Planung (siehe Punkt 2) hat man in der Regel genug Zeit, um sich zumindest die Minimalnote zu sichern.
4.) Nutze Deine Fähigkeiten mit dem Computer. Viele wissen es vielleicht nicht mehr, aber der Computer soll Zeit sparen anstatt verbrauchen. Also lautet das Motto: Automatisieren, Automatisieren, Automatisieren. Das kann via Onlineservices und/oder mit Skripten gemacht werden (Auto-SMS, Auto-Mails). Der Phantasie sind keine grenzen gesetzt.

