Wie man Checkpoint’s SSL Network Extender auf Linux einsetzt 1

Posted by Chris on Juni 26, 2010

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Wer wie ich das Vergnügen hat, für eine VPN-Verbindung in’s Büro auf ein proprietäres Werkzeug angewiesen zu sein, der muss sich zuweilen zu helfen wissen, um das entsprechende Programm auch unter modernen Linuxen betreiben zu können. So auch bei “SSL Network Extender” von Checkpoint, das nicht auf ein die Standards (Cisco VPN, OpenVPN) aufsetzt, sondern ein eigenes, nicht offenes VPN-Format verwendet, das unter der Haube machen kann, was es will, denn niemand sieht es. Abgesehen davon, dass es ziemlich schwierig ist, ohne Kundenlogin an das SSLExtender Binary für Linux ranzukommen, ist das Teil auch noch sauschlecht programmiert, aber dazu komme ich später.

Installation

Die Installation ist einfach, das selbstextrahierende Shellskript wird ausgeführt und 3 Sekunden später ist das Programm installiert und bereit:

./Check_Point_SNX_R66_HFA_01_For_Linux_800004013.sh

Erste Zweifel

Beim ersten Ausführen allerdings wird einem schon der erste Stock zwischen die Beine geworfen:

snx
snx: error while loading shared libraries: libstdc++.so.5: cannot open shared object file: No such file or directory

Die Software hat also tatsächlich eine Versionsabfrage für die Grundbibliothek libstc++ hart eincodiert! Uns fehlen die Worte und erste Zweifel an der Programmierqualität (oder fehlt einfach die Erfahrung mit Linux?) des Hauses Checkpoint kommen auf… Aber wir wären keine echten Geeks, wenn wir dafür keinen Workaround fänden:

Für Fedora u.ä. steht dazu meist eine compat-Version bereit, die für ebensolche Fälle gemacht ist:

yum install compat-libstdc++-33

Achtung! Auf 64bit-Versionen muss die 32bit-Version explizit angegeben werden (denn natürlich hat Checkpoint keine 64bit-Version auf Lager):

yum install compat-libstdc++-33.i686

Für Ubuntu’s neuere Versionen gibt es diese gar nicht mehr, aber man kann sie einfach aus einem älteren Repository ziehen: http://packages.ubuntu.com/jaunty/i386/libstdc++5/download

Trügerischer Tunnelgräber

Also auf geht’s mit einem neuen Versuch:

snx -u BENUTZER -s SERVERNAME
FATAL: Could not open tun.ko. No such file or directory
SNX: Virtual Network Adapter initialization and configuration failed. Try to reconnect.

Oh je, warum zum Geier benötigt der SSL Network Extender das Tunnel-Kernelmodul? Eine kurze Suche im Internet bringt an’s Tageslicht, dass auch diese Abhängigkeit fest einprogrammiert ist, obwohl SSL Extender einen eigenen, proprietären VPN-Tunnel erstellt. Auf Fedora tritt dieser Fehler nicht auf, weil das Modul “tun” mit dem Standardkernel ausgeliefert wird. Unter Ubuntu jedoch ist dies Fehlanzeige, auch nachträglich lässt sich das Modul nicht installieren. Man müsste den Kernel neu übersetzen mit der entsprechenden Option. Aber wir sind doch nicht bescheuert und machen uns diese Mühe, bloss weil da ein paar Erstsemesterprogrammierer bei Checkpoint sizten! Das Modul muss einfach existieren, es muss überhaupt nix tun, also wird es einfach gefaked, siehe dazu auch: http://wiki.ubuntuusers.de/Check_Point_SSL_Network_Extender

mkdir faketun
cd faketun
echo -e "#include <linux/module.h>\nstatic int start__module(void) {return 0;}\nstatic void end__module(void){return;}\nmodule_init(start__module);\nmodule_exit(end__module);">tun.c
echo -e "obj-m += tun.o\nall:\n\tmake -C /lib/modules/\$(shell uname -r)/build/ M=\$(PWD) modules\nclean:\n\tmake -C /lib/modules/\$(shell uname -r)/build/ M=\$(PWD) clean\nclean-files := Module.symvers">Makefile
make
sudo install tun.ko /lib/modules/`uname -r`/kernel/net/tun.ko
sudo depmod -a

Ab jetzt funktioniert SSLExtender auch auf Ubuntu und man kann in Ruhe von zu Hause aus arbeiten, auch mit diesem proprietären VPN-Tunnel. Dem Arbeiten am Wochenende steht nun nichts mehr im Wege, ausser man hat nebenbei noch ein Privatleben ;-)

[1] http://www.checkpoint.com/products/ssl_network_ext/index.html
[2] http://packages.ubuntu.com/jaunty/i386/libstdc++5/download
[3]http://wiki.ubuntuusers.de/Check_Point_SSL_Network_Extender

Ein kleiner Windows 7-Test

Posted by Chris on April 17, 2010

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Ja, ich habe mir wirklich die Finger schmutzig gemacht für Euch und einen kleinen, unabhängigen Geek-Kurztest von Windows 7 Home Premium (Hey, was anderes gibt’s bei Dell-billig-Geräten nicht, was kann ich dafür, dass die meisten Features da nicht dabei sind?). Der Grund ist ganz einfach: Microsoft wollte auch Gamern wie mir den Umstieg schmackhaft machen und liefert deshabl DirectX 11 nicht für XP aus. Weil ich aber doch gerne mal die neuen Shader und Effekte bei den neuen Games sehen würde und die Lizenz eh bei Dell dabei ist, warum nicht mal ausprobieren?

Als erstes nach dem (wegen Dell-Tools über 12 Minuten dauernden) Start stellte ich mir die Frage: “Wo ist Aero?” Tja, wie sich eben später herausstellen sollte, bedeutet der wohlklingende Name “Home Premium” übersetzt eigentlich “Billig-Version für Massen-Konsumenten”. Alles, wirklich alles, was bei jeder noch so kleinen Linux-Distro selbstverständlich ist seit vielen Jahren, findet sich nur in den besseren Versionen, die dann richtig teuer werden (35 Sprachen gibt’s sogar nur bei Ultimate). Verschlüsselung? XP-Mode (also virtuelle Maschine)? Denkste!

Naja, war eigentlich nicht anders zu erwarten, aber im Vergleich zu damals eine absolute Frechheit, denn XP Professional war als OEM niemals so teuer. Ich will ja nur spielen, also wären Leistung-fressende Effekte sowieso fehl am Platze.

Was mich positiv überraschte, war der Fenster-Schüttel-Effekt, der wirklich intuitiv funktionierte. Das Ding nennt sich Shake und wird separat als Feature geführt und beworben! Tut mir leid schon wieder den Vergleich zu machen, aber bei KWin wäre der Effekt unter “ferner liefen” gelistet neben den 40 anderen. Dasselbe gilt für Snap, welches genauso auch bei KWin funktioniert (bitte keine Diskussion, wer was zuerst erfunden hat, das wäre müssig). Dies zeigt, wie sich die verschiedenen Benutzeroberflächen gegenseitig beeinflussen, Windows Aero, KDE, Gnome, OSX, etc., eine gute Sache für die Benutzer!

Nun zurück zur Installation: Weil offenbar die Dell-DVD irgendwie defekt ist, musste ich nach der 4. Installation mein Vorhaben bereits aufgeben. Äusserst fragwürdig ist, dass zwar das Betriebssystem jedesmal komplett installiert wurde ohne Fehlermeldung, aber nach ein paar Minuten der Explorer nicht mehr startbar war, was wiederum keine anderen Programme brauchbar machte. Positiv: Es gibt keinen Bluescreen mehr in solchen Situationen. Negativ: Warum gibt es keine Integritätsüberprüfung aller Pakete während der Installation oder einen Medium-Test vor der Installation? Man hat also das Gefühl, es sei alles o.k., aber es kann jederzeit zu Problemen aus irgendeiner Ecke kommen. Wie gesagt, die Schuld dürfte hier an der Dell-DVD liegen. Trotzdem ist es ein sehr ungutes Gefühl, wenn man nicht weiss, ob nun alles o.k. war bei der Installation oder nicht, weil man einfach keine Details zu sehen bekommt. Dasselbe passierte auch mit einer anderen OEM-Version. Ich fand heraus, dass es sich um CRC-Fehler handelte. Nach ein bisschen logisch überlegen setzte ich das BIOS zurück (der Prozessor war etwas übertacktet) und siehe da: die Installation funktionierte wie üblich mit dem Unterschied, dass Windows nun endlich läuft. Warum zum Teufel die Fehler bei der Installation nicht schon gemeldet werden, ist mir ein Rätsel. Will man den Benutzer nicht mit solchen “Banalitäten” wie einem inkomplett installierten OS stören?

Zurück zu den Games: Kurz und gut, mit allen 3D-Marks ca. Minus 15% Leistung. Aber oho! Nachdem ich ALLE Desktopeffekte abschaltete (jetzt sieht es aus wie Windows 95), bekam ich 10% davon wieder zurück! Ich muss leider auch hier wieder einen fiesen Vergleich ziehen: Wenn in KDE (einen anständigen Grafikkartentreiber vorausgesetzt) alle Effekte an sind, braucht kwin so ca. 4% CPU, auch wenn man den Bildschirmwürfel wie wild dreht. Das liegt daran, dass die meiste Arbeit konsequent via OpenGL an die Grafikkarte abgetreten wird.

Nun habe ich also meine PC-Spielekonsole wieder mit der vollen DirectX-11-Grafikpracht, mehr wollte ich nicht und mehr bekam ich auch nicht. Für Windows-Fans kann ich aber sagen: Der Umstieg lohnt sich auf jeden Fall, wenn Ihr aber Hardcore-Gamer seid, solltet Ihr entsprechende Hardware haben und die Leistungseinbusse bei Spielen von 10-15% in Kauf nehmen.

KDE 4.4.0 ist da: ein erster und ein zweiter Blick…

Posted by Chris on Februar 26, 2010

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Kaum wurde KDE SC 4.4.0 (SC steht für Software Compilation, seit ein paar Wochen nennt sich KDE so, weil es doch langsam viele Software aus dem Projekt gibt) und schon stehen für Fedora 12 die Pakete bereit. Natürlich rechnete ich mit Kinderkrankheiten, denn ein KDE 4-Release war noch nie “Produktionsreif” sondern eigentlich immer Beta. Das ist nun mal so, wen das stört, der soll doch testen und helfen, damit sich das ändert.

Auf jeden Fall wurde KDE schlanker, was die Fensterdekoration angeht. Es gibt einen Formfaktor-Umschalter, der bei mir aber zuerst einmal den kwin-Prozess abstürzen liess.  Ein Erlebnis, welches sich unter verschiedensten Umständen wiederholen sollte. Die Intention des Umschalters ist jedoch durchaus klar, denn bei Netbooks kommt ein ganz anderes Prinzip zum tragen als bei Desktops:

Systemsettings Formfaktor

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Mehr Fakten dank Microsoft

Posted by Chris on Februar 10, 2010

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Bin gerade darüber gestolpert, ist nicht ganz neu aber köstlich zu lesen: http://www.microsoft.com/switzerland/windows/de/internet-explorer/get-the-facts/mythbusting.aspx

Vor allem die Stelle betr. Einhaltung von Standards ist endgeil:

“Microsoft hat sich mit Internet Explorer 8 in jeder Hinsicht den Standards verschrieben. Neben der Tatsache, dass der Browser mehr offizielle CSS 2.1-Testsuiten bestanden hat als jeder andere Browser, beteiligt sich Microsoft auch praktisch am eigentlichen Testverfahren, indem Tausende neuer Tests für das Konsortium entwickelt und bereitgestellt wurden.”

Aah ja, Internet Explorer besteht also die Tests, die Microsoft selbst geschrieben hat, interessant, und all das in einem Satz…

Da werden wieder einmal ein paar arme Marketingfuzzies ausgelacht, naja, diese haben es verdient. Warum macht Microsoft immer weiter mit immer dämlicherem PR-Müll? Vermutlich sitzen alle im Meeting und nicken, wenn der nächste idiotische Vorschlag präsentiert wird, um ja nicht durch Kritik aufzufallen?

Happy New Year und ein entdeckter Schatz

Posted by Chris on Januar 01, 2010

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Ich wünsche allen ein gutes neues Jahr, auf eine weitere Dekade! Pünktlich zum Jahresanfang stolperte ich auf die deutsche Übersetzung eines längeren Postings, das selber schon älteren Datums (aber immer noch absolut zutreffend) ist. Es beinhaltet eigentlich so ziemlich die beste Erklärung, warum Linux nie ein Windowsersatz ist und sein wird und warum viele verärgerte Windowsbenutzer erst eher bei sich selbst eine Veränderung machen müssen, als einfach mal schnell “auf Linux” (meist Ubuntu heutzutage) zu wechseln. Die Lektüre lohnt sich absolut:
http://www.felix-schwarz.name/files/opensource/articles/Linux_ist_nicht_Windows/