Ein weiteres unrühmliches Beispiel nachdem 2008 vor allem in Deutschland und England viele grobe Datenmissbräuche und Schlampereien stattfanden: Die Ausgabe Nr. 15 des Beobachters (Seite 18ff.) berichtet von der Zürcher Firma Gentest.ch, bei der man mittels Gentest herausfinden kann, ob die Vorfahren Wikingen waren oder so. Diese Firma hat trotz gegenteiliger Angaben auf ihrer Webseite: a) die Kundendaten sehr wohl mit den genetischen Daten direkt verknüpft, b) diese Daten resp. die Genproben selbst wöchentlich an die US-Firma „Family-Tree“ weiterleitet, welche c) die Daten selbst ebenfalls in die weltweit grösste private Gen-Datenbank einspeist und d) die Daten und Proben alles andere als angemessen vor unberechtigtem Zugriff schützt.
Dies ist einfach ein weiteres Beispiel dafür, wie heikel es ist, seine Daten einer privaten Firma zu überlassen, umso mehr, wenn die Kommunikation hauptsächlich via Internet stattfindet. Denn diese Firmen sind eben in der Regel gewinnorientiert und Nichts mehr… soll nicht heissen, dass die Daten bei staatlichen Institutionen sicherer wären (dazu gibt es ja auch entsprechende Fälle).
Hier noch eine zufällige Auswahl vergangener Fälle (Quelle: heise.de):
- Bericht-Datenleck-bei-Kreditkarten-Dienstleister
- Kontonummern-von-21-Millionen-Buergern-auf-dem-Schwarzmarkt
- Spiegel-Telekom-Sicherheitsluecke-offenbart-30-Millionen-Handydaten-Update
- Verlustfaelle-bei-Kundendaten-nehmen-zu
- Vier-Millionen-deutsche-Kontendaten-fuer-850-Euro
- Verbraucherzentrale-Massenhafter-Missbrauch-von-Bankkonten-Daten-2-Update