Erste Eindrücke eines Linux-Freaks von OSX Leopard auf dem iMac 5

Posted by Chris on Januar 28, 2008

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Damit ich im Wohnzimmer einen Computer stehen haben kann, der nicht komplett deplaziert aussieht, entschloss ich mich letzten Herbst, einen iMac 24” anzuschaffen. Nach 4 Monaten Lieferschwierigkeiten an den Drittanbieter habe ich seit Mitte Januar das Gerät endlich zu Hause stehen.

Obwohl sofort Linux draufgepflanzt wurde, möchte ich natürlich auch ein bisschen mit dem eigentlich vorgesehenen Betriebssystem von diesem sexy Gerät arbeiten. Da OSX Leopard ja nun offiziell als Unix betitelt werden darf, haben sich meine Berührungsängste diesbezüglich weitgehend verflüchtigt. Aber erstmal Schritt für Schritt:

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Fedora 8 auf iMac: Stolpersteine und wie man sie behebt (work in progress) 2

Posted by Chris on Januar 27, 2008

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Als letzte große Anschaffung für lange Zeit kam nun der iMac in’s Haus.

Das Teil sieht wie erwartet wirklich sehr edel aus, da kann man noch so rumstänkern als PC-Fan. OSX Leopard selbst ist mir durch seine UNIX-basiertheit natürlich sehr sympathisch. Allerdings empfinde ich es als etwas “simpel” gestrickt. Vermutlich trägt aber gerade dies zur hervorragenden Stabilität bei. Mehr zu OSX aus meiner Sicht in diesem Artikel. Es geht heute um etwas anderes: Natürlich muss ein Linux im Dual-Boot Betrieb da drauf, Ehrensache. Triple-Boot mit Windoof wollte ich schon gar nicht erst probieren, da meine M$-Zeit nun wirklich vorbei ist. Beim Dual-Boot hat uns Apple (vermutlich “inspiriert” durch Microsoft-Anwälte) ein kleines Steinchen in den Weg gelegt. Mehr dazu beim ersten Stolperstein.

Wie erwartet stieß ich auf verschiedene Probleme bezüglich Hardwareunterstützung. Als ersten Test installierte ich Kubuntu Gutsy (7.10) in der Hoffnung, die exzellente Hardwareunterstützung würde sich hier auszahlen. Denkste, Netzwerk, Sound, und Mighty Mouse (kabellos mit Bluetooth) funktionierten nicht. Die Mighty-Mouse muss zuerst im KBluetooth-Modul angemeldet werden, dazu benötigt man aber wiederum eine Maus, hm… Natürlich wäre das irgendwie durch Bluetooth-Konfigurationshacks zu schaffen, aber dazu hatte ich nun gar keine Lust. Kurzum wechselte ich zur Distribution, mit der ich mich durch meine Ausbildung sowieso am besten auskenne: Fedora 8. Und siehe da: das Mäuschen funktioniert auf Anhieb, meldet sich also selbsttätig beim Bluetooth-Daemon an. Was mir leider auch sauer aufstößt sind die gelegentlichen Abstürze (Freeze), ich habe noch keine Idee woher diese kommen (ich vermute mal den ATI-Treiber).

Achtung, ich werde diesen Beitrag regelmäßig aktualisieren, wenn ich weitere Hardwarekomponenten zum Laufen gebracht habe. Im übrigen bin ich für jede Hilfe bei diesen Problemen dankbar.

Gelöst: Dual-Boot mit Umweg über Windows-Partition

Mit dem OSX-Leopard-Release gab es offenbar eine Änderung am diskutil Tool. Dieses unterstützt nun keine Linux-Partitionen mehr. Mir doch egal! Mit dem Programm Bootcamp erstellt man einfach kurzerhand eine Windows-Partition (durch einen Schieberegler wird die Partition in 2 Teile zerlegt, die HFS- und die Windows-Partition). Dann noch den Refit Bootloader installiert, die Fedora 8 DVD in’s Laufwerk und Reboot. Der Fedora 8 Installer (Anaconda) erkannte sogar, dass es sich um einen OSX-Rechner handelte und schlug standardmäßig vor, den Grub-Bootloader in die zu erstellende Root-Partition zu installieren anstatt in den MBR (was eine schlechte Idee wäre bei einem EFI-basierten System). Bei Ubuntu muss man hingegen aufpassen, dass man selbst daran denkt. Nun kann man die vorher erstellte Windows-Partition /dev/sda2 löschen und 2 neue Partitionen erstellen. Mehr sind leider nicht möglich wegen der Beschränkung der EFI/MBR Emulation. Man macht am besten eine Root- und eine Swap-Partition. Nach erfolgter Installation und Reboot bietet uns der Refit Bootloader einen Pinguin als Option an. Refit kann übrigens ganz einfach mittels Texteditor konfiguriert werden (/efi/refit/refit.conf auf der HFS-Partition), damit der Timeout kürzer wird oder Linux standardmäßig gestartet wird. Eine gute Sammlung an Dual- resp. Triple-Boot-Howto’s für verschiedene Distributionen gibt’s hier.

Der Refit “Bootmanager”:

Refit Dual Boot

Gelöst: Wireless Netzwerkadapter (Apple Airport Extreme)

Beim Netzwerkadapter handelt es sich um einen Broadcom-Chip “bcm4328″, welcher offiziell erst ab Kernel 2.6.24 mit dem neuen b43-Modul unterstützt sein soll. Das Modul gibt es auch heute schon, nur macht der Kernel keine Anstalten, die Hardware zu erkennen, wenn man es lädt. Versuche mit dem fwcutter scheiterten ebenfalls. Somit bleibt momentan nichts anderes übrig, als mit Ndiswrapper vorlieb zu nehmen (was ja nicht so schlimm ist).
Ich stieß nach kurzer Suche im Netz auf eine nette Anleitung, wie man die Karte mit ndiswrapper zum funktionieren bekommt (und dies mit normaler Geschwindigkeit):
Als erstes muss man sich den Treiber (im EXE Format) von Dell besorgen (dasjenige, welches mit der iMac-CD geliefert wird, kann nicht entzippt werden). Dieses wird dann entzippt und im ndiswrapper registriert:

unzip -a R151517.EXE -d driver/
cd driver/driver
diswrapper -i bcmwl5.inf
ndiswrapper -l

Dann wird ein Alias “wlan0″ für das Gerät ndiswrapper im /etc/modprobe.d/ndiswrapper gesetzt:

ndiswrapper -m

Nun noch das eigentliche ndiswrapper Modul laden:

modprobe ndiswrapper

Zu diesem Zeitpunkt erkennt der Kernel die Hardware (wlan0) und man kann mit der Einrichtung mittels

system-config-network

beginnen.

Noch nicht gelöst: Soundkarte (Intel ICH8 Soundchip)

Obwohl ich diesen Soundchip 82801H (ICH8-Familie) schon mehrfach am Laufen habe in anderen Geräten, kommt kein Ton aus den Boxen. Die Hardware wurde ordentlich erkannt, und der Soundserver läuft ordentlich. Details folgen. Was auch noch interessant ist: Die Lautstärke, welche im OSX eingestellt wird, bleibt irgendwie als EFI-Einstellung vorhanden, denn beim Einschalten gibt EFI einen Startton von sich, welcher diese Lautstärke reflektiert. Ich vermute, dort könnte das Problem liegen, denn wie erwähnt, wird die Hardware ordentlich erkannt vom Linux-Kernel.

Noch nicht gelöst: Mausrad der Mighty Mouse funktioniert nicht

Das nette 360-Grad-Mausrad reagiert bei der kabellosen Bluetooth-Mouse momentan nicht. Das Problem scheint bei Xorg zu liegen. Es gibt einen kleinen Patch, den ich aber noch nicht testen konnte, da man dazu das gesamte X11 System neu kompilieren sollte. Hätte ich doch die kabelgebundene USB-Mouse genommen, die funktioniert offenbar seit 2.6.18, vorher war aber auch dort ein Patch (für USB HID-Core) notwendig.

Ich werde bei Gelegenheit noch diese Anleitung probieren und schreiben, ob’s geklappt hat.

Update: Die von obiger Anleitung vorgeschlagene xorg.conf Änderung hat leider nicht den gewünschten Effekt gebracht:

Section "InputDevice"
Identifier	"MightyMouse"
Driver		"evdev"
	Option		"CorePointer"
	Option		"Name"	"Apple Computer, Inc. Mighty Mouse"
	Option		"HWHEELRelativeAxisButtons" "7 6"
	Option		"Buttons"	"8"
EndSection

Denn gem. Xorg.0.log wird trotzdem zusätzlich der “mouse” Treiber geladen, auch wenn dieser gar nicht erwähnt ist in meiner Konfiguration.

Noch nicht gelöst: Interne Webcam

Ich bin noch nicht dazu gekommen, diese zu testen.

Gelöst: Fenster verschieben mit dem ATI fglrx-Treiber ist extrem langsam

Obschon die 3D-Leistung akzeptabel ist mit diesem Treiber, kann man kaum ein normales Fenster verschieben, wenn dieser Treiber aktiv ist, es fühlt sich extrem laggy an. Dies unabhängig davon, ob man KDE oder XFCE verwendet.
Update: Das Problem war mit einem “livna-config-display” weg. Ich konnte nicht nachvollziehen, welche Parameter im xorg.conf denn nun die Probleme verursacht haben könnten.